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Duisburgs OB Sauerland DDP 2010
  Foto: ddp, ddp
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Loveparade: Untere Bauaufsicht schrieb Brandbrief

zuletzt aktualisiert: 08.08.2010 - 09:43

Auch zwei Wochen nach dem Unglück bei der Loveparade dauern die Mutmaßungen über die Verantwortung für die Massenpanik mit 21 Toten an. Offenbar soll Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU) über Planungsprobleme vor der Loveparade informiert gewesen sein.

Das geht aus einem "Spiegel"-Bericht hervor. Laut "Focus" soll zudem die frühere NRW-Regierung im Genehmigungsverfahren für die Loveparade Druck auf die Stadt ausgeübt haben.

Unter Druck gesetzt

Angeblich schrieb die städtische Untere Bauaufsicht am 14. Juni, knapp sechs Wochen vor der Loveparade, an den Veranstalter einen Brandbrief, den in Kopie auch Duisburgs Oberbürgermeister Sauerland erhalten haben soll. In dem Schreiben wies die Bauaufsicht dem Bericht zufolge darauf hin, dass am 14. Juni weder ein Lageplan des Loveparade-Geländes noch ein "zielorientiertes Brandschutzkonzept" für die Techno-Parade vorgelegen habe. Auch eine Endfassung des Sicherheitskonzepts habe es zum damaligen Zeitpunkt nicht gegeben. Das Magazin berief sich dabei auf vertrauliche Anhänge zum Zwischenbericht über die Loveparade-Katastrophe, den die Stadt am Mittwoch vorgelegt hatte.

Der "Focus" berichtete, die Stadt Duisburg sei offenbar von der früheren Landesregierung unter CDU-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers bei der Genehmigung der Loveparde massiv unter Druck gesetzt worden. Das Magazin stützte sich dabei auf ein Besprechungsprotokoll zum ersten Planer-Treffen für die Techno-Party am 2. Oktober 2009. Demnach betonte der städtische Ordnungsdezernent Wolfgang Rabe, dass Rüttgers "in der Vergangenheit bereits eine Aussage getroffen habe, dass die Loveparade in Duisburg stattfinden sollte". Eine Absage könne daher "lediglich aus gravierenden Sicherheitsbedenken erfolgen".

Anfang März 2010 hielt das Ordnungsamt dem "Focus" zufolge laut einem weiteren Protokoll "die Durchführung der Veranstaltung" auf dem alten Güterbahnhof "nicht für möglich", konnte sich aber nicht durchsetzen. Sorgen bereitete demnach das Fluchtkonzept über die schmalen Tunnel, die auf das Festgelände führten. Am 20. Juni hätten die Behörden moniert, die Pläne der Veranstalter würden gegen die Verordnung für den Betrieb von Sonderbauten verstoßen.

"Sondernutzungserlaubnis"

Kurz vor Beginn der Loveparade erhöhte der Veranstalter Rainer Schaller laut "Focus" den Druck auf das Duisburger Rathaus. Das Bauamt hatte demnach am 14. Juli wichtige Unterlagen eingefordert, darunter ein Sicherheitskonzept. Fünf Tage später habe sich eine Anwaltskanzlei im Auftrag von Schallers Firma Lopavent gemeldet und auf die Erteilung einer "Sondernutzungserlaubnis" gedrängt. Dabei warnten die Juristen vor einer Absage des Mega-Events und wiesen auf die "immensen wirtschaftlichen aber auch ideellen Schäden für Veranstalter, die Metropole Ruhr und die Stadt Duisburg" hin. Am 21. Juli gab die Stadt grünes Licht für die Veranstaltung.

Während der Duisburger Loveparade am 24. Juli war am überfüllten Zugangstunnel eine Massenpanik ausgebrochen. Die Verantwortung für die Katastrophe ist noch ungeklärt - Stadt, Veranstalter und Polizei warfen sich nach dem Desaster wiederholt gegenseitig Versäumnisse vor.

Quelle: AFP/jul

 
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