Duisburg: Vandalen beschmieren Schule vor Einweihung
VON SONJA BROWATZKI - zuletzt aktualisiert: 11.09.2010Duisburg (RPO). Die energetische und kosmetische Sanierung der Donkschule ist abgeschlossen. Gestern war die offizielle Einweihung. Auf Beschluss des Schülerparlamentes erstrahlt das Haus in Blau und Orange. Etwa ein Meter große Drucke von Maus, Ente und Elefant aus der "Sendung mit der Maus" begrüßen an der Hauswand gleich gegenüber dem Eingangstor.
Beinahe hätten Vandalen das Bild völlig zerstört, denn in der Nacht von Samstag, 3. September, auf Sonntag hatten bisher unbekannte Täter sowohl die Vorder- als auch die Rückseite des Gebäudes mit bis zu drei Meter hohen Graffitis beschmiert.
"Ich hatte Tränen in den Augen"
"Ich hatte Tränen in den Augen, als ich diese Schmierereien gesehen habe", beschreibt Schulleiterin Mechthild Kube ihre erste Reaktion: "Unglaublich frustrierend. Die Arbeit von einem Jahr einfach so zunichte gemacht." Mit Hilfe der Architektin Sandra Neumann, die den kompletten Umbau betreut hat, konnte der Schaden gerade noch rechtzeitig, einen Tag vor dem Eröffnungsfest, behoben werden, erzählt sie: "Sie hat etwas Druck gemacht, so dass wir heute ein schönes Fest feiern können." Jetzt wird über die Installation von Bewegungsmeldern nachgedacht.
Die Donkschule ist mit Mitteln des Konjunkturpaketes II für 1,4 Millionen Euro mit Wärmedämmung "eingepackt" worden, wie es Kube anschaulich beschreibt. Zudem wurden überall wärmeschutzverglaste Fenster eingebaut und die Innenräume durch Beschäftigte der Arge neu gestrichen.
Die Farben für die Außenwände hat das von Kube ins Leben gerufene Schülerparlament beschlossen: "Wir tagen einmal in der Woche, eingeladen sind alle Klassensprecher", so die Schulleiterin. "Ich finde, die Schüler sollten auch in diesem Alter schon mitbestimmen dürfen." Und das haben sie in einer Sitzung im vergangenen Jahr getan und beinahe einstimmig die "Maus-Farben" gewählt.
Knallige Schülerentscheidung
"Mir persönlich sahen die Farben auf der Schablone zuerst ein wenig zu knallig aus", räumt Kube ein, "aber die Schüler haben abgestimmt, und es ist ja auch eine Schule für Kinder." Jetzt ist sie froh über die Schülerentscheidung und scherzt schon über eine mögliche Namensänderung.
Zum Eröffnungsfest schmückten die Klassensprecher einen gestifteten Baum, der später an einer von der großen Flurfensterfront aus sichtbaren Stelle eingepflanzt werden soll. "Die Schüler identifizieren sich mit der Schule", sagt Mechthild Kube. "Das Mitbestimmungsrecht bei der Farbwahl war da nur ein kleiner Baustein. Ich weiß, die Kinder werden pfleglich mit dem Gebäude umgehen."
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