Duisburg: Verbot war eine nette Bitte
VON SANDRA KAISER - zuletzt aktualisiert: 23.01.2009Duisburg (RPO). Mit dem andauernden Konflikt zwischen Schäfer und Hundehaltern in den Rheinwiesen haben sich jetzt auch die Homberger Bezirksvertreter beschäftigt. Sie sind sich einig: Die Verbotsschilder des IMD müssen weg.
Homberg Eine ganz wesentliche Frage blieb in der Sitzung der Bezirksvertretung Homberg / Ruhrort / Baerl am Mittwochabend unbeantwortet: die Frage, ob dem Pächter der Rheinwiesen vertraglich ein alleiniges Nutzungsrecht zugesichert wurde oder nicht.
IMD-Chef Uwe Rohde, der eigentlich eingeladen worden war, um endlich für Klarheit in dem seit Monaten währenden Streit zwischen Schäfer und Hundehaltern (wir berichteten) zu sorgen, sah sich nicht imstande, die rechtlichen Grundlagen offenzulegen. "Wir befinden uns hier im Zivilrecht. Ich darf nichts über die Inhalte unseres Pachtvertrages mit dem Schäfer sagen", erklärte Rohde.
Gemeinsamer Antrag
Die Bezirksvertreter haben einstimmig beantragt, die Schilder im Bezirk Homberg entfernen zu lassen.
Mehr zu dem Konfliktthema lesen Sie auf Seite C 1. Hier kommen auch die Schäfer zu Wort.
Falsch interpretiert
Er betonte jedoch, dass er bedauere, dass sich der Konflikt durch die Aufstellung der Schilder so aufgeheizt habe. "Das war nicht unsere Absicht. Wir wollten mit den Schildern keine Verbote aussprechen, sondern nur die Bitte an die Hundehalter, ihre Tiere, wenn gerade Schafe da sind, anzuleinen", erklärte er – und löste damit großes Gelächter aus. Die rund 20 Bürger auf den Besucherrängen konnten sich so manchen sarkastischen Zuruf nicht verkneifen.
Er habe den Konflikt mit den Schildern eigentlich lösen wollen, um wieder eine friedliche Koexistenz von Schäfer und Hundehaltern herbeizuführen. "Ich habe nicht damit gerechnet, dass die Schilder so interpretiert werden würden. Am liebsten wäre mir, wenn wir sie nie aufgestellt hätten. Ich würde sie am liebsten wieder entfernen lassen – oder das, was noch von ihnen übrig geblieben ist", sagte Rohde.
Er setze große Hoffnungen in die anstehenden Gespräche zwischen Umweltdezernent Dr. Peter Greulich, Hundehaltern und Pächter. "Ich hoffe, dass bald eine Lösung gefunden wird", sagte er. Sollte dies nicht geschehen und der Pächter weiterhin sein "aggressives Verhalten" an den Tag legen, wäre laut Rohde nicht ausgeschlossen, als "letzte Konsequenz" den Pachtvertrag zu kündigen. Er schließe nicht aus, "im Ernstfall zugunsten der Nacherholung zu entscheiden".
Als dann die Bezirksvertreter an der Reihe waren, konnten sie sich einen gewissen Zynismus nicht verkneifen. "Schön, dass wir auf diesem Wege erfahren, was die Schilder eigentlich bedeuten sollten", sagte SPD-Bezirksfraktionschef Hermann Grindberg. "So kam das nämlich nicht rüber." Die Schilder seien absolut verkehrt am Platz und gehörten weg – "und zwar sofort". Rückendeckung erhielt er von CDU-Fraktionschef Dr. Manfred Hartl: "Es wäre am besten, alle Schilder abzumontieren", betonte auch er. Man könne ja neue aufstellen, etwa mit der Bitte, vorsichtiger zu sein und Rücksicht zu nehmen auf die Schafe. "Keinesfalls sollten wieder Verbote formuliert werden."
Auch Bürgermeister Benno Lensdorf schoss scharf in Richtung IMD-Chef Rohde: "Sie hätten uns vorher informieren sollen, bevor Sie die Schilder aufgestellt haben", sagte er. "Ich bin plötzlich überhäuft worden mit Beschwerden von Bürgern und wusste gar nicht, was los war. Sie müssen uns mehr einbeziehen", forderte er.
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