Duisburg: Verkehr soll umgeleitet werden
VON MARITA JÜNGST - zuletzt aktualisiert: 05.04.2008Duisburg (RPO). Die SPD hat in Zukunftsforen gemeinsam mit Bürgern stadtplanerische Konzepte entwickelt, mit denen Probleme vor Ort angegangen werden sollen. Wie das in Großenbaum und Rahm aussehen könnte, stellten die Politiker gestern vor.
In Großenbaum und Rahm scheint die Welt noch in Ordnung. Nach wie vor gibt es junge Familien, die dort hinziehen. Sie locken die vielen Freiflächen und die Nähe zum Wald. Und da auch Kindergärten und Schulen in erreichbarer Nähe liegen, spricht noch mehr für die Wahl der beiden südlichen Stadtteile als Wohnort. Doch nach Ansicht des Forums Stadtenwicklung Süd der SPD gibt es auch in Großenbaum und Rahm noch einiges zu verbessern. Was das ist, stellten gestern SPD-Mitglieder aus Großenbaum/RAhm vor, nachdem Mitte März der Stadtteil Wanheim auf den Prüfstand gestellt wurde. Weitere sollen folgen.
ÖPNV
Um den Öffentlichen Personennahverkehr besser zu organisieren, stellte sich die SPD Ringverkehre vor.
Eine Buslinie würde dann nur noch einen Ring befahren, der an bestimmten Knotenpunkten, beispielsweise am Großenbaumer Bahnhof, auf einen andere Ringverbindung trifft.
Dort könnten die Pendler dann in Busse umsteigen, die in andere Stadtteile fahren.
– Arbeiten:
Während sich in Rahm nur wenig Gewerbe niedergelassen hat, gibt es in Großenbaum eine Mischung aus Wohnen und Gewerbe. Nach Ansicht der Landtagsabgeordneten Gisela Walsken eine durchaus harmonische Mischung. Was fehlt, sind Gewerbeflächen für kleinere Unternehmen. Deshalb müsste über kleinere Parzellen nachgedacht werden. Denn große Flächen gibt es noch genug, beispielsweise an der Keniastraße.
– Wohnen:
Grundstücke in Handtuchgröße sind laut Gisela Walsken out. Gefragt seien freistehende Einfamilienhäuser mit großzügigem Garten. Um dies zu realisieren müssten allerdings in beiden Stadtteilen keine neuen Wohngebiete ausgewiesen werden. Vielmehr setzt das SPD Forum auf Verdichtung.
– Freizeit:
Freizeitmöglichkeiten in der freien Natur gibt es rund um Rahm und Großenbaum zahlreiche. Viele Vereine bieten Sport- und Freizeitmöglichkeiten an, das Freibad an der Buscher Straße lockt zudem im Sommer. Was fehlt, sind Angebote speziell für Kinder und Jugendliche. Außerdem wünscht sich die SPD eine bessere Anbindung des Stadtteils Großenbaum an die Sechs-Seen-Platte. Dazu müsste beispielsweise am Ende der Saarner Straße ein Parkplatz eingerichtet werden.
– Kulturelles:
Kultur findet in den beiden Stadtteilen nahezu gar nicht statt. Das liegt unter anderem an fehlenden Räumlichkeiten. Oder sie sind zu teuer, wie Charlotte Kann vom SPD-Ortsverein erklärt. Eine Möglichkeit dies zu ändern, sei die Förderung von Eigeninitiativen durch finanzielle Unterstützung.
– Medizinische Versorgung:
In beiden Stadtteilen fehlen ein Augen- beziehungsweise ein Kinderarzt. „Der nächste Kinderarzt ist in Huckingen“, sagt Gisela Walsken. Diese Versorgung entspreche nicht mehr den Anforderungen der wachsenden Bevölkerung. Immerhin leben in Rahm rund 6000, in Großenbaum rund 10 000 Menschen.
– Einkaufen:
In Großenbaum ist das Angebot an Geschäften ausreichend. Dort finden sich zudem zahlreiche Supermärkte. Lediglich in Randgebieten des Stadtteils wird es zunehmend schwieriger. In Rahm-West dagegen gibt es gar keine Einkaufsmöglichkeiten. Eine Alternative könnten möglicherweise fliegende Händler sein, die durch den Stadtteil fahren. Bewährt hat sich in Großenbaum übrigens der Wochenmarkt auf dem Bahnhofsvorplatz, der durch Eigeninitiative entstanden ist.
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