Duisburg: Vier Tage voller Streik
VON SANDRA KAISER - zuletzt aktualisiert: 16.02.2008Duisburg (RPO). Nach dem Abbruch der Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst legen ab Dienstag in Duisburg Mitarbeiter des Rathauses, der Arbeitsagentur, des Klinikums, der Kitas und des Nahverkehrs ihre Arbeit nieder.
Thomas Keuer platzt so langsam der Kragen. „Die Arbeitgeber haben uns ein Scheinangebot vorgelegt“, wettert der Verdi-Bezirksgeschäftsführer. Fünf Prozent mehr Lohn hätten sie versprochen, gleichzeitig solle die Wochenarbeitszeit von 38,5 auf 40 Stunden verlängert werden. „Sie wollen die Beschäftigten doch für dumm verkaufen!“ Rechne man das Angebot genauer durch, handele es sich nicht um eine Verbesserung der Situation für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst, sonder vielmehr um eine Reallohnsenkung von zwei bis drei Prozent. „Viele Beschäftigte pfeifen doch jetzt schon aus dem letzten Loch“, betont Keuer.
Für kommende Woche kündigte der Verdi-Bezirksgeschäftsführer erste Arbeitsniederlegungen an. „Dienstag legen wir los und werden uns dann im Laufe der Woche langsam steigern“, sagte er. Mitarbeiter des Rathauses am Burgplatz und der Bezirksämter, des Studentenwerks, der Arbeitsagentur, der Sparkassen, des Klinikums, der Kitas und des Öffentlichen Personennahverkehrs werden ihre Arbeit niederlegen (siehe rechts). Keuer schließt nicht aus, dass noch weitere Bereiche hinzustoßen. „Die Wirtschaftsbetriebe sind bislang noch außen vor, aber das kann sich noch ändern“, erklärte er.
Unbefristeter Arbeitskampf?
Keuer betonte, dass die für kommende Woche geplanten Warnstreiks „deutlich härter und konsequenter“ seien als die in der Vergangenheit. „Denn wir wollen eine schnelle Einigung, noch vor Ostern.“ Er hofft, dass dieser Druck ausreicht und die Tarifparteien in der nächsten Verhandlungsrunde zu einem Ergebnis kommen. „Wir warten den 25. Februar ab. Wenn dann kein besseres Angebot auf den Tisch kommt, wird es eine neue, verschärfte Streikwelle geben“, so Keuer. Komme man dann zu keinem Ergebnis, sei ein unbefristeter Arbeitskampf unausweichlich. Ob es wirklich dazu kommt, wird sich zeigen. Keuer machte gestern wenig Mut: „Ich habe den Eindruck, dass die Arbeitgeber es genau darauf anlegen.“
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum







