Duisburg: Volle Kraft voraus für Schifferkolleg
VON NILS HERRMANN - zuletzt aktualisiert: 10.01.2009Duisburg (RPO). Das Schifferberufskolleg Rhein in Homberg ist vom IMD für bisher 1,5 Millionen Euro saniert worden. Das marode Gebäude stand nicht gerade als internationals Aushängeschild, das es ist, da. Weitere Arbeiten sind geplant.
homberg Mit „kleinen Reparaturen“, wie Oberbürgermeister Adolf Sauerland einst scherzhaft anmerkte, wurde das Schifferberufskolleg Rhein am Bürgermeister-Wendel-Platz nun wirklich nicht bedacht. Die Überholung des 1927 errichteten Gebäudes glich eher einer Grundsanierung. 1,5 Millionen Euro hat das Immobilienmanagement der Stadt Duisburg (IMD) bisher in das Vorhaben investiert, das im November 2007 begann und jetzt fast abgeschlossen ist.
Alleinstellung in Deutschland
Dringend notwendig seien die Arbeiten schon lange gewesen, wie Schulleiter Hans-Günter Portmann betont. „Die Fenster waren marode und das gesamte Gebäude baufällig.“ Kurzum: das Erscheinungsbild entsprach in keinster Weise der Alleinstellung des Kollegs in der deutschen Berufsschullandschaft. Denn eine andere vergleichbare Schule gibt es hierzulande nicht. Zudem werden in Homberg auch Binnenschiffer, Schiffbauer und Fachkräfte für Hafenlogistik aus der Schweiz, Österreich und Luxemburg ausgebildet. „Das internationale Publikum kann man doch nicht in einem baufälligen Gebäude empfangen“, findet Portmann. Im Rathaus war man gleicher Ansicht. Jetzt steht die Schule schöner denn je da.
Steigende Schülerzahl
Das Gebäude am Bürgermeister-Wendel-Platz beherbergte seit 1927 verschiedene Schulen. 1990 zog das Schifferberufskolleg in die Räumlichkeiten ein. Zuvor war es an zwei anderen Standorten untergebracht. Die steigende Schülerzahl erforderte die Standortwechsel. Als Hans-Günter Portmann 1999 Schulleiter des Berufskollegs wurde, zählte er 60 Schüler. Momentan sind es 540 – mit steigender Tendenz. Denn die Logistikbranche boomt.
Am Augenscheinlichsten ist die neue Fassade, die in Rot- und Minttönen erstrahlt. Doch bei einem neuen Anstrich beließ es das IMD nicht. „Die farbigen Deckplatten sind auf das alte Mauerwerk aufgesetzt. Dazwischen befindet sich eine Isolationsschicht“, erläutert Portmann. Von dieser Maßnahme, den neuen Doppelglasfenstern und dem vor zwei Jahren erneuerten Dach, erwarte er erheblich niedrigere Heizkosten. Eine gläserne Pausenhalle an der Rückseite des Gebäudes ermögliche es den Schülern jetzt ihre Pausen bei schlechtem Wetter im geschützten Anbau zu verbringen. „Vorher konnten sie nur auf dem Schulhof stehen.“ Doch auch die inneren Werte kamen bei der Sanierung nicht zu kurz.
Die Räume wurden gestrichen und teilweise mit neuen Möbeln ausgestattet. Einzelne Unterrichts- und Seminarräume warten jetzt mit elektronischen Tafeln auf, die per Computer angesteuert werden können. Kreide hat also bald ausgedient. Floristik-Schülerinnen des Gertrud-Bäumler-Kollegs haben im ganzen Haus Blumegestecke mit maritimem Bezug platziert. Das Herzstück aber bildet „Sandra“. Auf diesen Namen hört Europas modernster Flachwassersimulator, der seit September 2008 in Betrieb ist.
Abschließende Arbeiten
Im Laufe dieses Jahres erhält das Homberger Kolleg noch eine zeitgemäße Heizungsanlage. Auch die Toiletten in dem über siebzig Jahre alten Gebäude sollen gemacht werden. Dafür nimmt das IMD nochmals 460 000 Euro in die Hand. Bleibt nur noch ein Posten auf Hans-Günter Portmanns Wunschliste: Die Herrichtung der Beete rund um das Schulgelände. Sie sind durch die Bauarbeiten arg in Mitleidenschaft gezogen worden.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum







