Duisburg: Voller Einsatz der Lebensretter
VON ANNE BÜNNIG - zuletzt aktualisiert: 27.08.2007Duisburg (RPO). Seit 100 Jahren gibt es eine Freiwillige Feuerwehr in Baerl. Am vergangenen Wochenende wurde bei einem Tag der offenen Tür gezeigt, wie die Wehrleute im Ernstfall versuchen, Leben zu retten.
Ein schwerer Autounfall ist passiert. Die Türen haben sich verklemmt, und die einzige Möglichkeit, um die Insassen zu retten, ist das Aufschneiden des Fahrzeugs. Wie das funktioniert, haben am Samstag die Feuerwehrleute aus Baerl, Rumeln und Mündelheim gezeigt. Fachmännisch haben sie einen roten Kleinwagen mit schwerem Gerät zerlegt. Auch wenn das niemand selbst erleben möchte, interessant zum Ansehen war es allemal. Anlässlich des 100jährigen Bestehens des Löschzugs Baerl wurde auf dem Gelände der Zentrale der Freiwilligen Feuerwehr an der Augustastraße ein Tag der Offenen Tür veranstaltet.
Neben der Bergung aus einem Fahrzeug zeigten sie noch die Rettung aus einem brennenden Haus. Mit Blaulicht und Sirene kamen sie angefahren, entrollten Schläuche, packten die Leiter aus und retteten das vermeintliche Opfer aus dem ersten Stock des Hauses. Mit 18 Jahren können sich Männer und Frauen für den Dienst bei der Freiwilligen Feuerwehr melden. Da aber auch viele Jugendliche gerne dabei sein möchten, gibt es seit Anfang des Jahres eine Jugendfeuerwehr. Dass sie jetzt schon ebenso wie die Großen ein Feuer löschen können, zeigten sie dann auch direkt vor Ort. Ein kleines Holzhaus wurde in Brand gesteckt und die Mädchen und Jungen zeigten, was sie konnten. Nach der Einfahrt in den Hof, entrollten sie nach Anweisung ihres Leiters zwei Schläuche, schraubten sie an den Wagen an und dann hieß es „Wasser Marsch!“ Das Feuer war nach wenigen Minuten gelöscht. Ums löschen geht es auch beim „Hose Cart“, dem Schlauchwagen. Hinter dieser Bezeichnung steckt die erste Disziplin des American Muster, das bereits seit fünf Jahren in Baerl stattfindet. Eine simulierte Flamme muss gelöscht werden, nachdem eine Distanz von 137 Metern überwunden wurde. Vor allem Teamarbeit ist hier gefragt. Darum geht es auch bei der „Bucket Brigade“, der Eimerkette. Die Teams müssen ein Fass füllen, indem sie Eimer voller Wasser weiterreichen. Aber nicht in der Horizontalen, stattdessen stehen sie auf einer Leiter und das Fass auf einem Podest. Nach beiden Disziplinen hatte sich der Löschzug Baerl durchgesetzt und kann sich nun Deutscher Meister im American Muster nennen. Zum Löschzug Baerl gehören 44 Männer und Frauen, die 24 Stunden am Tag und 365 Tage im Jahr in Bereitschaft sind. Angegliedert ist auch die Hundestaffel, die nicht nur in Duisburg im Einsatz ist. Aktuell befanden sich gerade zwei Hunde in Peru, um bei der Bergung von Menschen nach dem verheerenden Erdbeben zu helfen.
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