Duisburg: Vom Geizkragen zum Wohltäter
VON MARC SCHMITZ - zuletzt aktualisiert: 22.11.2007Duisburg (RPO). Heute Abend feiert das Musical „Vom Geist der Weihnacht“ im Theater am Marientor seine Premiere. In dem Stück nach der weltbekannten „Weihnachtsgeschichte“ von Charles Dickens kehrt Darsteller Felix Martin als Ebenezer Scrooge an seine alte Wirkungsstätte zurück.
Wenn stinkreichen Unternehmern auffällt, dass das Gute in ihrem Leben zu kurz gekommen ist, muss ein Engel im Spiel gewesen sein. Die weltbekannte „Weihnachtsgeschichte“ von Charles Dickens, in der der kaltherzige Londoner Geldverleiher Ebenezer Scrooge an einem Heiligen Abend im 19. Jahrhundert himmlischen Besuch bekommt und vom starrköpfigen Geizhals zum gutherzigen Senior mutiert, ist die Basis für das Musical „Vom Geist der Weihnacht“, das heute Abend im Theater am Marientor seine Premiere feiert. In der gestrigen Probe mit Pressevorführung gaben die Darsteller erste Kostproben ihres Bühnenprogramms.
„Meine Rolle macht während des Stückes einen Bogen vom Geizkragen zum Wohltäter. Diese Spannweite macht die Herausforderung aus“, berichtet Felix Martin, der den Halsabschneider Scrooge spielt und in Duisburg eine Art Heimspiel hat. Bereits in den 90ern stand Martin als Revolutionsführer Marius auf der Bühne des Musicaltheaters am Marientor, als das Stück „Les Misérables“ von Victor Hugo dort seine Deutschlandpremiere feierte. Als Scrooge kehrt er nun auf die Bühnenbretter des TaM zurück und darf sich mit dem Engel der Weihnacht auf eine charmante Begleitung an seiner Seite freuen. Jasmin Wagner, früher aktiv als Teenie-Popstar „Blümchen“ scheint die geflügelte Hauptrolle im weißen Kleid wie auf den Leib geschnitten zu sein und lässt bei ihrem persönlichen Musical-Debüt sowohl den Geschäftsmann auf der Bühne, als auch den Zuhörer im Publikum mit ihrer Stimme dahin schmelzen.
Zwei Charaktere bewirken die Änderung im Leben des Menschenfeindes Scrooge – der Engel und sein alter Geschäftspartner Marley (Werner Bauer), der im Stück zwar seit Jahren tot ist, aber als Geist an die Erde gebunden bleibt, da auch er zu Lebzeiten zu den finsteren Gesellen zählte und ihm der Schritt ins Paradies daher bislang verwehrt blieb. Nach einer spannenden Reise des Trios durch seine Vergangenheit, die Gegenwart und einem Blick in seine Zukunft merkt Ebenezer Scrooge, dass er im Leben nicht mehr als ein zwar stattliches Vermögen erreicht hat und die wahren Freuden der Menschlichkeit an ihm vorüber gegangen sind. Die Einsicht bewegt ihn dazu, sich zum Fest vom „Geist der Weihnacht“ bekehren zu lassen und damit auch ein Beispiel in die moderne Zeit zu überliefern. Das Stück übermittelt so eine Botschaft, die es zum Erlebnis für die ganze Familie macht.
Das im Jahr 2001 in Oberhausen welturaufgeführte Musical unter der Leitung des amerikanischen Regisseurs Craig Simmons und mit der Musik des Komponisten Dirk Michael Steffan ist ab heute Abend bis zum 30. Dezember dienstags bis sonntags im Theater am Marientor zu sehen.
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