Duisburg: Von Gurken und Schurken
VON ANJA STREICHAN - zuletzt aktualisiert: 24.05.2008Duisburg (RPO). Bei dem schönen Wetter der vergangenen Tage herrscht bei den Kleingärtnern Hochsaison. Da wird gesät, gemäht und gestrichen – und manchmal schaut die Polizei vorbei. Denn die Lauben locken Einbrecher an.
Freies Wochenende, davor ein Brückentag und ein Feiertag – und das alles bei sommerlichen Temperaturen und (zum Teil) wunderschönemSonnenschein: Da zieht es Duisburgs Kleingärtner in ihre Lauben. Auf manche Gärtner warten aber auch unangenehme Überraschungen, denn Einbrüche sind im Sommer keine Seltenheit.
Susanne Franzen hat einen Garten im Kleingartenverein „Aakerfährstraße“ in Duissern gepachtet. Sie nutzt die „Kurzferien“ , um an der Fertigstellung ihres kleinen Paradieses zu arbeiten. „Es wird noch viel Arbeit sein, bis alles so ist, wie wir uns es vorstellen. Obwohl wir schon seit neun Jahren Pächter in diesem Verein sind, müssen wir noch Kabel verlegen, eine Pergola anbringen und Unkraut jäten“, berichtet die 44-Jährige.
Auch Werner Donecht und seine Ehefrau Christa nutzen den schönen Tag um Ordnung in ihren Garten zu bringen. „Wir haben eine Nutzfläche für Kartoffeln und Bohnen, aber auch einen Zier- und Wohnbereich“, zeigt der 74-Jährige auf sein Paradies. Er ist eines der ältesten Mitglieder des Kleingartenvereins an der Aakerfährstraße und pflegt seinen Garten bereits seit 48 Jahren. „Heute Nachmittag werde ich mich nach der Arbeit etwas in die Sonne legen. Das Schöne ist, dass man hier mitten in der Stadt ist und doch seine Ruhe hat.“
Andere Kleingärtner können sich indes nicht so sorglos erholen. Im Kleingartenverein „Waldfrieden“ an der Lotharstraße in Neudorf wurde am Feiertag in 15 Lauben eingebrochen. Auch das Gartenhäuschen von Rolf Feldkamp wurde aufgebrochen und innen vollkommen verwüstet. „Geklaut wurde aber nichts. Die haben nur alles mutwillig zerstört. Das ist schon das zweite Mal, dass mir so etwas passiert“, ist der 76-Jährige gleichsam betrübt wie verärgert.
Obwohl sich viele Gärtner durch schwere Schlösser und Gitter vor den Fenstern an den Lauben zu schützen versuchen, kommen solche Einbrüche immer wieder vor. „Im Sommer sind Einbrüche in Kleingärten an der Tagesordnung. Gestohlen wird meist nichts, stattdessen werden die Lauben vorsätzlich zerstört, “ berichtet Frank Rabe von der Kriminalpolizei. Sich davor zu schützen, das sei schwer, so der Beamte: „Wer mit roher Gewalt in die Laube will, der schafft das auch.“
Idyllischer geht es in der Gartenanlage „Nachtigallental“ in Wedau zu. Statt Rasen und einfachen Blumenbeeten hat Kristin Kirscher eine Gartenlandschaft mit Hochbeeten und Teich entstehen lassen. „Ich muss oft Besichtigungstouren durch meinen Garten leiten, weil unsere Nachbarn neugierig auf unsere unkonventionelle Gestaltung sind“, berichtet die 43-Jährige lachend.
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