Duisburg: Warum Feinstaub krank macht
VON ANTJE SEEMANN - zuletzt aktualisiert: 10.11.2008Duisburg (RPO). Rheinhausen Gegen das geplante Steinkohlekraftwerk in Krefeld-Uerdingen sprechen sich nicht nur Anwohner und Umweltschützer, sondern auch viele Mediziner aus. So auch der Allgemeinmediziner Dr. Bernd Kaufmann. In einem Vortrag im Gemeindehaus „Auf dem Wege“, zu dem die Bürgerinitiative „Saubere Luft“ jetzt eingeladen hatte, warnte er vor den gesundheitlichen Folgen, die das Kraftwerk auf die Menschen in der ohnehin schon belasteten Region hätte.
Die Zuhörer haben den Abend außerdem dazu genutzt, Fragen loszuwerden, die sie beschäftigen. Auch erläuterte Kaufmann einige der vielen Fachbegriffe, die bei dieser Thematik immer wieder auftauchen. Wie etwa PM, die Abkürzung für „Particulate Matter“. Der Begriff beschreibt sie Staubteilchen in der Luft, den so genannten Feinstaub.
Durch die Lunge ins Blut
Anhand von mehreren Studien erklärte Kaufmann, welche Auswirkungen Feinstaub hat, wenn er eingeatmet wird. „Nicht nur die Lunge leidet. Auch das Herz-Kreislauf-System ist betroffen“, erklärte er. Außerdem könne Feinstaub zu Aterienverkalkung führen und Lungenentzündungen verursachen. „Was den Feinstaub für den Menschen so gefährlich macht, ist seine Größe“, erklärte Kaufmann. Die kleinsten Partikel – der Ultrafeinstaub – ginge direkt durch den Lungenmembran ins Blut.
All diese Auswirkungen könnten durch Studien belegt werden, so Kaufmann. „Doch es gibt auch noch viele Erkenntnislücken.“ Die genaue chemische Zusammensetzung der kleinen Partikel sei noch nicht bekannt, ebenso wenig wie die Wirkung von Kombinationen mit anderen Partikeln und Gasen. Auch sei noch nicht gänzlich erforscht, welche Risikogruppen besonders betroffen sind.
Kaufmanns Fazit am Ende des Abends war eindeutig: Mit einer geringen Feinstaubbelastung lebt es sich länger. Er zeigte sich überzeugt, dass das Kraftwerk die Hintergrundbelastung durch Feinstaub maßgeblich erhöhen würde.
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