Duisburg: Weder Geld noch Sonntagsreden
VON PETER KLUCKEN - zuletzt aktualisiert: 05.08.2009 - 16:26Duisburg (RPO). Familienfreundlich wollen alle Parteien sein; die Frage ist nur, was damit konkret gemeint sein kann. Während die einen neuartige Betreuungsangebote für Kinder unter drei Jahren fordern, führen andere Themen an, von denen alle und damit auch Familien profitieren sollen.
Ein Beispiel für Letzteres sind die Linken, die beim Thema Familienpolitik über Industrieabgase, CO-Pipeline, Arbeitslosigkeit und mehr Ausbildungsplätze sprechen. Fast nebenbei fällt das Stichwort Kinderbetreuung.
Das große, von der SPD nach wie vor angesteuerte Ziel eines kostenlosen Kindergartenplatzes scheint nach der jüngsten Tarifeinigung, die eine nicht unerhebliche, gewiss auch verdiente Anhebung der Gehälter im Erziehungsbereich bescherte, vorerst illusorisch. Irgendwie muss das Geld schließlich aufgebracht werden.
Die Frage ist, was eine Kommune für Familien aus eigener Kraft tun kann. Das ist vielleicht gar nicht so wenig. Neben den üblichen Aufgaben wie mehr Kinderbetreuungsmöglichkeiten oder Preisermäßigungen für städtische Einrichtungen kann sie zum Beispiel an einem familienfreundlichen Klima in der Stadt mitwirken. Das können interessant gestaltete Spielplätze, für Rollschuhläufer freigegebene Schulhöfe, zum Spielen und Toben reservierte öffentliche Freiflächen und vieles mehr sein.
Familienkarte
Lobenswert ist beispielsweise das städtische Werben für eine Familienkarte. Dabei sucht die Stadt Duisburg Partner aus dem Dienstleistungs-, Handels-, Handwerks- und Gastronomiegewerbe, die Familien Vergünstigungen für bestimmte Leistungen anbietet: „Ihrer Phantasie sind keine Grenzen gesetzt“, heißt es in der Broschüre.
Vermutlich ist die Partnerschaft zwischen öffentlicher und privater Hand angesichts knapper kommunaler Kassen der einzige gangbare Weg, der zu einer familienfreundlichen Stadt führt. Das Sammeln von Ideen ist kostenlos und könnte der erste Schritt sein, um Familienpolitik aus dem Totschlagargument „kein Geld“ und folgenlosen Sonntagsreden herauszuhalten. Hier ist auch das Jugenddezernat der Stadt gefragt.
Es wäre schade, überließe man Schnellrestaurants mit schottischem Namen das gesamte familienfreundliche Feld.
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