Duisburg: Weg mit der Bausünde!
VON HILDEGARD CHUDOBBA - zuletzt aktualisiert: 08.02.2007Duisburg (RPO). An Stelle des ehemaligen Boeckerhauses soll ein Bildungszentrum entstehen, in dem die Zentralbibliothek, die Volkshochschule und ein neues NS-Dokumentationszentrum untergebracht werden.
Was ist eigentlich Sinn und Ziel des Masterplanes, an dem das Londoner Foster-Büro gearbeitet hat und der in zwei Wochen der Öffentlichkeit präsentiert wird? Das Konzept soll eine Innenstadtentwicklung ermöglichen, bei der jedes einzelne Projekt, jede Maßnahme auf die anderen abgestimmt ist, bei der Bauvorhaben zueinander passen und sich ergänzen, einschließlich der Straßenplanung.
Deutlich wird dies vermutlich an der Steinschen Gasse. Sie ist heute noch eine vierspurige Durchgangsstraße und soll im Kern der City künftig nur noch jeweils einspurig sein. Das kommt unter anderem der Investition an der Ecke Münzstraße entgegen.
Dort steht heute noch das alte Boecker-Haus, eine hässliche Bausünde. Der Parkhaus-ähnliche, rot-braune Komplex wird abgerissen. Das ist entschieden. An seiner Stelle wird eine neue Immobilie errichtet, auch das ist schon sicher. Sogar der Investor und ein Bauherr stehen schon in den Startlöchern.Gemeinsam mit der Duisburger Stadtsparkasse wird MultiDevelpoment, der Forum-Entwickler, ein mehrgeschossiges Haus errichten, das Duisburgs neues Weiterbildungszentrum wird.
Mieter werden die Stadtbibliothek, die Volkshochschule und ein NS-Dokumentationszentrum. Erste Entwürfe sollen bereits vorliegen und sind mit Sicherheit über den Tisch von Foster gegangen. Denn nur dann ist sichergstellt, dass die Optik des neuen Hauses zu den Inhalten und Intentionen des Masterplans passen wird. An Attraktivität kann das Bildungshaus nicht nur durch sein äußeres Erscheinungsbild und durch sein Innenleben gewinnen, sondern auch durch eine schmalere Steinsche Gasse.
Denn heute wird die Fußläufigkeit der König-/Kuhstraße mit Übergang zur Münzstraße durch die „Innenstadtrennenstrecke“ zerschnitten. Eine schmalere Steinsche Gasse soll den Fußgängern das Überqueren leichter machen. Sie soll die Autofahrer fern halten, die nicht in den Stadtkern wollen, sondern wie heute die Steinsche Gasse als Umgehungsstraße nutzen. Sinn macht dies allerdings nur, wenn alternative Wege ausgewiesen werden. Und an solchen fehlt es bislang, oder sie sind durch Verkehrsregelungen so unattraktiv, dass man sie meidet.
Die Gestaltung der Steinschen Gasse und die Attraktivität des neuen Büchereihauses sind nach Ansicht der Stadtplaner entscheidend dafür, wie es mit der Duisburger Altstadt weiter geht, die bis an den Innenhafen heranreicht und zwischen Schwanen- und Marientor ziemlich elendig aussieht.
Ist ein Masterplan für die Duisburger Innenstadt sinnvoll? Sagen Sie uns Ihre Meinung unter www.rp-online.de/duisburg
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