Duisburg: Wehr noch nicht gerüstet
VON STEFAN OSSENBERG - zuletzt aktualisiert: 05.02.2009Duisburg (RPO). Bei der Bürgerversammlung zur CO-Pipeline in den Rheinlust-Terassen stellte sich Feuerwehrchef Uwe Zimmermann den Fragen der Bürger. Doch solange kein Plan für ein Vorgehen im Ernstfall vorliegt, könne er nur spekulieren.
Süden Kaum ein Parkplatz war in Wanheim an den Rheinlust-Terrassen um 19 Uhr noch frei. "Bündnis 90 / Die Grünen" hatten zu einer Bürgeversammlung zum Thema CO-Pipeline, die durch den Duisburger Süden führen soll, geladen. Dafür hatte die Partei neben Stadtdirektor Dr. Peter Greulich, Stauforscher Professor Michael Schreckenberg, Erich Hennen von der Bürgerinitiative "COntra Pipeline" sowie dem für die Grünen im Rat der Stadt sitzenden Frank-Michael Rich auch den Chef der Duisburger Feuerwehr, Uwe Zimmermann, eingeladen.
Zweieinhalb Stunden lang gaben die Experten aus verschiedenen Perspektiven einen Einblick in die Problematik, die mit der Trasse verbunden sind. Dabei ging es um Wahrscheinlichkeiten einer Rettung und die Realisierung von Hilfe (Schreckenberg), den Stand des Rechtsstreites, bei dem die Stadt einen privaten Kläger unterstützt (Greulich) und auch um die möglichen Einsätze der Feuerwehrsleute im Ernstfall (Zimmermann).
CO-Pipeline
In 1,40 Metern Tiefe führt die geplante CO-Pipeline über 16,9 Kilometer durch das Duisburger Stadtgebiet. Nach einem Gutachten des Ingenieursbüro Veenker gibt es in Duisburg 50 kritische Punkte, an denen Sicherheitsmängel bestehen. Die Bezirksregierung hat ein Gegengutachten erstellen lassen.
Dabei war vor allem Zimmermann gefragt. Was passiert, wenn das geruchs-, geschmacks- und lautlose CO-Gas aus der Leitung austritt? Wie sind dann die Pläne der Feuerwehr? In wieweit können Menschen, die mit dem Gas in Berührung kommen, versorgt werden? Zu all diesen Fragen konnte Zimmermann keine Antworten geben, die die Anwohner der Pipeline zufriedengestellt hätten.
Denn der Knackpunkt ist der "Allgemeine Gefahren-Abwehr-Plan" (AGAP), der im Falle eines Falles dafür sorgen soll, dass die Rettung der Anwohner reibungslos funktioniert. Zurückgegeriffen werden könne dabei jedoch nur auf die Informationen, die der Chemiekonzern herausgibt. "Ein Kollege von der Werksfeuerwehr Bayer hat mir mal gesagt, dass die Leitung sicher ist", so Zimmermann.
Fachleute fehlen
Der Feuerwehr Duisburg fehlten die Fachleute um die Lage und ein Szenario richtig einschätzen zu können. Die Anzahl der vorhandenen Messgeräte, die bei einem Pipeline-Bruch genutzt werden könnten, sei zu gering. In ganz Duisburg gebe es nur 250 Betten für Vergiftete. Die nächste Druckkammer, mit der Menschen gerettet werden könnten, die 20 Prozent des Gases im Blut aufgenommen hätten, liege in Düsseldorf. "Ich sage nicht, dass es bei einem Rohrbruch nur 250 Betroffene gibt, nur dass wir für so viele Menschen Platz hätten", so Zimmermann. Das Urteil des Verwaltungsgerichts in Münster, bei dem über eine Inbetriebnahme der Leitung entschieden wird, wird in diesem Frühjahr erwartet.
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