Duisburg: Weniger Aufträge
VON KATHARINA SCHMÜLLING - zuletzt aktualisiert: 30.09.2008Duisburg (RPO). Baukonjunkturelle Sonderentwicklung in Duisburg gegen den landesweiten Trend. Für 2009 wird „höchstens mit einer Stabilisierung auf niedrigem Niveau“ gerechnet.
Fachkräfte gesucht
Sorgen bereitet den Bauunternehmern der Fachkräftemangel. Um die Nachwuchslücke zu schließen , hat sich die Bauindustrie mit Fachhochschulen und Universitäten neue Konzepte überlegt: Dazu gehört ein praxisorientiertes Duales Studium Bauingenieurwesen, das die Abschlüsse „Gehobener Facharbeiter“ und „Bachelor“ vereint.
Während die Duisburger Bauunternehmen im Jahr 2007 noch 30,2 Prozent mehr Aufträge in ihre Bücher schreiben konnten als 2006, sind es im ersten Halbjahr 2008 satte 30,6 Prozent weniger als in den ersten sechs Monaten des Jahres 2007. „Das ist in Duisburg eine baukonjunkturelle Sonderentwicklung gegen den landesweiten Trend, der sich allerdings in den einzelnen Bausparten unterschiedlich darstellt“, kommentierte Ralf Möller, Vorsitzender des Verbandsbezirks Duisburg des Bauindustrieverbandes NRW, bei der Vorstellung der Zahlen. Möller ist außerdem Geschäftsführer des Bauunternehmens Gebr. Vollmer. „Der Wohnungsbau leidet immer noch unter den Spätfolgen der Sonderkonjunktur 2006“, berichtete er. Die Gründe dafür sieht er u. a. im Auslaufen der Eigenheimzulage und in der Mehrwertsteuererhöhung, die viele Bauherren ihre Projekte vorziehen ließen. Optimistisch geschätzt rechnet er für 2009 „höchstens mit einer Stabilisierung auf niedrigem Niveau“. Für den Straßenbau bezeichnete er die Nachfrage als „gut“. Jedoch seien die am Markt erzielten Baupreise immer noch ruinös, der harte Wettbewerb um Anschlussaufträge verhindere die nötigen Preisanhebungen.
Rohstoffpreise explodiert
Im Gleis- und Tiefbau beispielsweise sieht die Lage ähnlich aus. Stefan Gasthaus von Walter Gasthaus Gleis- und Tiefbau sprach von einer „eingebrochenen Nachfrage“. „Große Sorge bereiten uns die explodierenden Rohstoffpreise“, versuchte er zu analysieren. Ein Beispiel: Im September mussten Unternehmen für eine Tonne Betonstahl im Vergleich zum Vorjahr mehr als das Doppelte hinblättern. Im Bereich des Wirtschaftsbaus sei die Auftragslage im ersten Halbjahr 2008 zufriedenstellend gewesen, zeigte sich dagegen der Geschäftsführer der Bauunternehmung Hitzbleck, Rüdiger Tulodziecke-Berg, vorsichtig optimistisch. Sein Unternehmen rechnet im zweiten Halbjahr und für 2009 weiter mit einer leichten Steigerung. Von einem zufriedenstellenden Jahr 2007 für den Wasserbau berichtete Thomas Groß von der Firma Hülskens-Wasserbau in Wesel. In diesem Jahr seien allerdings deutlich weniger Aufträge eingegangen.
„Riesige Chance“
Hoffnung für eine Aufwärtsentwicklung in 2009 macht den Unternehmen laut Möller der Masterplan Innenstadt:: „Was am Rande des Masterplans entstanden ist, hat Duisburg nach vorne gebracht.“ Gleichzeitig forderte er die Stadtplaner auf, „zusätzlich mit der Schließung von Baulücken eine vernünftige Infastruktur zu schaffen.“ Ein hoffnungsvoller Markt seien außerdem energetische Sanierungen zum Klimaschutz, so Ralf Möller. Mit einer fachmännischen Wärmedämmung etwa könnten in privaten sowie in öffentliche Gebäuden rund zwei Drittel der Energiekosten eingespart werden. Das sei die „riesige Chance“ gerade für mittelständische Unternehmen.
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