Duisburg: Wenn die Frau zur Jägerin wird
VON ANJA STREICHAN - zuletzt aktualisiert: 02.02.2009Duisburg (RPO). Der Blick in die Kaufhäuser zeigte am Samstag, dass erneut die Saison für Schnäppchenjäger angebrochen war. Im freiwilligen Winterschlussverkauf konnten die Kunden auf bis zu 70 Prozent Nachlass hoffen. In Duisburg lockte dieses Angebot vor allem die weiblichen Käufer in die Innenstadt.
"In den zwei Wochen des freiwilligen Winterschlussverkaufes räumen wir die Winterartikel aus den Lagern. Das gilt vor allem für Textilien, aber auch für Accessoires", so Johanna Groeneweg-de Kroon, Filialleiterin der Galeria Kaufhof.
Kunden kaufen trotz Finanzkrise
Laut Wilhelm Bommann, Geschäftsführer des Einzelhandelsverbandes Niederrhein, war der Winterschlussverkauf zu Beginn der Woche nicht so gut angelaufen. "Zum einem waren in diesem Jahr schon früh nach Weihnachten die ersten Rabatte in den Geschäften zu finden. Außerdem haben die Menschen in den kalten Wochen besonders viele Winterartikel gekauft, so dass einiges schon vergriffen ist", erklärte der Experte. Die Finanzkrise macht er jedoch nicht dafür verantwortlich: "Die Verbraucher konsumieren und kaufen trotz der Krise", betonte er.
Am Samstag war die Innenstadt dann aber gut besucht. Johanna Groeneweg-de Kroon war mit der Kundenfrequenz zufrieden. Und auch Karstadt-Chefin Barbara Kelling zeigte sich bester Laune. "Der Kunde verfällt während des Winterschlussverkaufes häufig der Erotik des Preises", erzählte sie mit einem Augenzwinkern. Oftmals würden in dieser Zeit zwei oder drei Artikel pro Kunde verkauft. "Die Frauen sind auf jeden Fall die größeren Schnäppchenjäger. Aber sie kaufen auch für die Herren ein", so Kelling. Besonders am Wochenende kämen Ehepaare gemeinsam in die Innenstadt, da Waren wie beispielsweise Schuhe vor dem Kauf anprobiert werden müssten. Wertige Waren, wie etwa Kaschmirpullover, seien am Wochenende bei den Kunden beliebt gewesen, da diese auch während des Übergangs zum Frühling gut getragen werden könnten, berichten die beiden Expertinnen.
Männer im Schlepptau
Auch bei Handtaschen konnte so mancher ein Schnäppchen machen. Heike Hoffmann war mit ihrem Mann in der Stadt unterwegs. Sie freute sich über die umfangreichen Rabatte. "Einkaufen macht richtig Spaß, wenn alles so günstig ist. Dann neige ich dazu, auch mal mehr zu kaufen, als ich eigentlich wollte", gestand sie. Ihr Ehemann musste, wie viele andere Herren während des Einkaufs, hauptsächlich die ergatterten Waren schleppen. "Einmal im Jahr müssen wir Männer eben unter diesem Kaufwahn leiden", scherzte Peter Hoffmann lachend. "Aber ich habe ja schließlich auch etwas davon, wenn meine Frau zufrieden ist."
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