Duisburg: Wer bezahlt den Central Park?
VON MIKE MICHEL - zuletzt aktualisiert: 20.02.2010Duisburg (RPO). Wie häufig bei einer Bürgerbeteiligung wollen die Fragesteller ganz andere Dinge wissen als die, die eigentlich auf der Tagesordnung stehen. Das war jetzt beim Thema "Duisburger Freiheit" ganz ähnlich.
Einige Fragen von den rund 50 interessierten Duisburgern bei der Bürgerbeteiligung zum Bebauungsplan zur Duisburger Freiheit konnten am Donnerstagabend von der Verwaltung und Planungsexperten beantwortet werden - viele aber auch nicht. Reinhard Joecks vom Büro Foster, Ralf Hölters und Martin Linne vom Planungsamt sowie Dr. Michael Frehn von der Dortmunder Planungssocietät hatten die Pläne für das insgesamt 37,5 Hektar große Areal südlich des Hauptbahnhofs erläutert. Wie berichtet soll dort eine hochwertige Bebauung mit Büros, Wohnungen, Dienstleistungen und Einzelhandel in drei unterschiedlichen Quartieren entstehen. Die Bebauung ist dabei im Wesentlichen auf den westlichen Bereich entlang der A 59 (Büros) und den östlichen Rand entlang der Bahnstrecke (Wohnungen) geplant. Dazwischen soll ein großer Park entstehen, den Joecks als Central Park nach New Yorker Vorbild bezeichnete. "Die Idee ist eine Fortführung des Masterplans Innenstadt", so Joecks. Nach Fertigstellung würden hier rund 10000 Menschen arbeiten.
Im Gegensatz zu den noch im Mai 2009 ursprünglich vorgestellten Plänen soll die Erschließung westlich über eine Straße im inneren Bereich erfolgen, östlich dagegen außerhalb der Parks, zwischen den neuen Gebäuden und der Bahn. Frehn geht dabei auf der westlichen Seite von zwischen 3000 und 8000 Autos täglich aus und vergleicht den Verkehr mit dem der Düsseldorfer Straße neben dem Kantpark. Östlich soll es dagegen eine durchgängige Nord-Süd-Promenade für Radfahrer und Fußgänger geben. Käme im südlichen Bereich ein Möbelzentrum mit 70000 Quadratmetern Verkaufsfläche, könne man hochwertige Ansiedlung darüber vergessen, monierte Paul Moses vom Umweltzentrum: "Wer will denn dann da noch hin?"
Weitere Fragen der Bürger, zum Beispiel nach einer Mehrzweckhalle als Ersatz für die Rhein-Ruhr-Halle, die genaue Anbindung an den Hauptbahnhof auf der einen und an den Sportpark Wedau an der anderen Seite oder die Fortführung eines Grünen Rings und eines Biotopverbundes blieben weitgehend offen. "Wer bezahlt eigentlich den Park?", wollte Dieter Depnering vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) wissen.
Als Antwort verwies Martin Linne auf einen künftig abzuschließenden städtebaulichen Vertrag, in dem genau festgelegt werden müsse, welche Kosten die Stadt und welche die Grundstückseigentümerin übernehmen müssten. "So weit sind wir aber noch gar nicht. In diesem Stadium des Bebauungsplanverfahrens müssen wir uns erst einmal darüber verständigen, was überhaupt geplant ist", so der Leiter des Amtes für Stadtentwicklung. Das sahen die Mitglieder der Bezirksvertretung Mitte gestern wohl genau so und stimmten dem Vorhaben erst einmal einstimmig zu.
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