Duisburg: Wer vergisst ein Mischpult?
VON FABIAN SPIESS - zuletzt aktualisiert: 31.03.2008Duisburg (RPO). Bei der Versteigerung von Fundstücken aus Bussen und Bahnen der DVG kam so manche Kuriosität unter den Hammer, aber ebenso mögliche Wertgegenstände.
„Zum Ersten, zum Zweiten und zum Dritten“ hieß es bei der Versteigerung von 2500 Fundstücken aus den Bussen und Bahnen der Duisburger Verkehrsgesellschaft (DVG). Der Auktionsraum auf dem Gelände der Spedition „Stockhorst“ an der Forststraße in Wanheim, in dem regelmäßig derartige Versteigerungen stattfinden, glich einer „Rumpelkammer“. Dutzende blauer Tüten voller gefundener Geldbörsen, Regenschirme, Rucksäcke und hunderte Paar Kinderschuhe wechselten zum Schnäppchenpreis den Besitzer.
Viele Teilnehmer besuchten die Auktion mit einem bestimmten Ziel: „Ich werde versuchen, einen Koffer zu ersteigern. Die sind sonst sehr teuer“, so eine Besucherin. Ähnlich konkrete Vorstellungen schien auch ein anderer Teilnehmer zu haben, der kistenweise Schuhe aller Art erwarb. Insgesamt war das Interesse an Taschen, Kleidungs- stücken, Schirmen und Schmuck jedoch eher gering, obwohl diese Fundstücke den größten Anteil an den 2500 Gegenständen darstellten. So wurden selten Preise über zehn Euro erzielt.
„Es fängt gleich garantiert an zu regnen draußen“, scherzte der Auktionator, um die Gäste zum fleißigen Bieten auf die zahlreichen Regenschirme in jeder Farbe und Größe zu bewegen. Wesentlich begehrter waren hingegen aktuelle Elektronikartikel, wie tragbare Spielkonsolen und neuere Handymodelle. So konnte ein Turnbeutel, in dem sich auch ein zur Zeit besonders angesagter „Nintendo DS“ befand, für über 50 Euro versteigert werden. Eine letzte Gewissheit, ob das Gerät wirklich funktionstüchtig ist, gab allerdings nicht. Wieder andere Auktionsteilnehmer schienen eher künstlerisch interessiert zu sein. So fanden arabische Bücher, Schallplatten aus Afrika, verschiedenste Videofilme und Gemälde unbekannter Herkunft stets einen Abnehmer.
Bei vielen Gegenständen kam unter den Besuchern eine gewisse Verwunderung auf. So ist es schwer verständlich, wie beispielsweise eine Kaffeemaschine, ein Mischpult, ein komplettes Kaffeeservice und eine Mini-Stereoanlage in Bus und Bahn vergessen werden können. „Vielleicht wurden einige Sachen auch einfach entsorgt“, mutmaßte der Auktionator.
Erstaunlich wenig Aufmerksamkeit zogen die Tüten voller gefundener Portemonnaies auf sich. „Da ist doch sowieso nichts drin“, scherzten die Besucher oft untereinander. Noch verschlossene Aktentaschen mit unbekanntem Inhalt übten hingegen einen größeren Reiz aus. „Ich würde es sehr spannend finden, so etwas zu ersteigern“, so einer der Gäste.
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