Duisburg: Wichtigste Regel: Schuhe aus
VON KATHARINA SCHMÜLLING - zuletzt aktualisiert: 25.10.2008Duisburg (RPO). Morgen wird die DITIB-Merkez-Moschee in Marxloh eröffnet. Sie soll allen Bürgern
offen stehen. Doch wie verhält man sich in einer Moschee? Die RP hat Antworten auf die wichtigsten Fragen.Morgen ist der große Tag der türkisch-muslimischen Gemeinde in Marxloh: Die neue DITIB-Merkez-Moschee wird offiziell eröffnet. Um 13.30 Uhr beginnt das Programm, zu dem bis zu 10 000 Gäste erwartet werden. Unter den zahlreichen Gratulanten werden auch NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers, OB Adolf Sauerland, Ruhrbischof Felix Genn, der Präses der evangelischen Kirche im Rheinland, Nikolaus Schneider, und der Präsident des Amtes für religiöse Angelegenheiten in der Türkei, Prof. Dr. Ali Bardakoglu, sein.
Die Türen der Moschee in Marxloh sollen allen Bürgern offen stehen, versprechen die Verantworlichen immer wieder. Viele Nicht-Muslime haben allerdings noch nie eine Moschee betreten. Wie verhält man sich angemessen in einem muslimischen Gotteshaus? Die RP hat sich darüber mit Ali Topcuk , islamischer Theologe und Dialogbeauftragter im angeschlossenen Bildungs- und Begegnungszentrum, unterhalten.
Was muss der Besucher grundsätzlich beachten, wenn er die Moschee betritt?
„Jeder muss im Eingangsbereich seine Schuhe ausziehen. Dabei geht es nur um Sauberkeit. Im Islam gibt es die Niederwerfung beim Gebet. Dabei berühren die Betenden mit der Stirn immer wieder den Teppich“, erklärt Topcuk.
Gibt es eine Kleiderordnung?
Nur für die Betenden gibt es eine Kleiderordnung. Sie sollten Kleidung tragen, die den gesamten Körper bedecken. Frauen tragen ein Kopftuch. „Besuchern wollen wir nicht vorschreiben, was sie anziehen sollen“, sagt Theologe Topcuk. Selbst Frauen in luftigen Sommerkleidern werde der Eintritt nicht verwehrt.
Darf der Gebetsraum betreten werden, wenn dort gerade Menschen beten?
„Jeder darf gerne dabei sein“, so Topcuk. „Die Betenden sollten allerdings nicht gestört werden. Deshalb ist es angebracht, leise zu sein“. Es ist sogar geplant, auf der Empore der Frauen einen eigenen Besucherbereich einzurichten.
Dürfen Frauen alle Bereiche der Moschee betreten?
Frauen dürfen grundsätzlich alle Bereiche des Gebetshauses betreten. Beim Gebet sind Männer und Frauen allerdings getrennt: Frauen beten auf der Empore, Männer beten im Gebetssaal.
Darf in einer Moschee alles angefasst werden?
„Es gibt nichts, dass nicht berührt werden darf“, sagt Ali Topcuk. Die Moschee ist nur ein heiliger Ort, wenn dort gebetet wird. Ansonsten ist sie ein Ort der Versammlung.
Was ist die korrekte Anrede eines Imams?
Der Imam ist der Vorbeter. Die höfliche Anrede ist „Hodscha“. „Das ist persisch und bedeutet Gelehrter“, sagt Theologe Topcuk. „So werden alle gebildeten Menschen angesprochen, zum Beispiel auch Professoren“.
Dürfen Kinder in die Moschee?
„Kinder jeden Alters sind herzlich willkommen“, so Ali Topcuk.
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