Duisburg: Widerstand nimmt Gestalt an
VON SANDRA KAISER - zuletzt aktualisiert: 18.02.2010Duisburg (RPO). Am Willy-Brandt-Berufskolleg haben sich so viele Schüler angemeldet wie schon seit 26 Jahren nicht mehr. Auch das Bertolt-Brecht-Berufskolleg meldet ein Plus von 25 Prozent. Die Schulleitungen sehen sich bestätigt. Derweil planen die Schüler neue Proteste gegen die Schließungspläne.
Rheinhausen Die Befürchtungen von Schulleiter Dr. Helmut Richter, die Schließungspläne der Stadtspitze könnten sich negativ auf die Anmeldezahlen am Willy-Brandt-Berufskolleg auswirken, waren völlig unbegründet. "Das Gegenteil ist der Fall. Wir hatten 25 Prozent mehr Anmeldungen als im Vorjahr. Das ist die höchste Zahl seit 1984", verkündete Richter gestern.
Und auch das Argument der vielen Einpendler, für die man in Duisburg keine Plätze bereit halten müsse, kann Richter nun definitiv als hinfällig bezeichnen: Von den 367 Neuanmeldungen kommen 335 Schüler aus dem Duisburger Westen. "Diese Zahlen sind ein Schlag ins Gesicht für all diejenigen, die diese Schule schließen wollen", sagte der SPD-Landtagsabgeordnete Rainer Bischoff, der auch Vorsitzender des Fördervereins der Schule ist.
Rheinhauser Fraktion steht
Im Haushaltssicherungskonzept, das Oberbürgermeister Adolf Sauerland am 25. Januar im Rat vorgestellt hatte, steht, dass zwei Berufskollegs in Duisburg geschlossen werden sollen. Sie sind nicht namentlich erwähnt, es war aber wie berichtet früh durchgesickert, dass es sich um das Willy-Brandt-Berufskolleg in Rheinhausen und das Bertolt-Brecht-Berufskolleg in Huckingen handeln soll.
Rainer Bischoff, Dr. Helmut Richter, dessen Stellvertreter Volker Hitzmann, Bereichsleiter Horst Lauken, Bezirksbürgermeister Winfried Boeckhorst und seine Stellvertreterin Katharina Gottschling sowie der Schulleiter des Huckinger Berufskollegs, Wolf Machon, hatten sich seitdem regelmäßig getroffen, um über das weitere Vorgehen zu beratschlagen.
"Die Rheinhauser Fraktionen stehen geschlossen hinter der Schule", betonte Winfried Boeckhorst gestern. Jetzt komme es darauf an, was auf der anderen Rheinseite passiere. Am 25. Februar wird sich der Schulausschuss mit dem Thema befassen und eine Vorlage für den Rat ausarbeiten, dieser wird dann am 22. März über das Haushaltssicherungskonzept und damit auch über die Zukunft der beiden Berufskollegs entscheiden.
Die SPD hat sich offenbar bereits festgelegt. "Unsere Fraktion wird der Schließung nicht zustimmen", kündigte Rainer Bischoff gestern an. "Wenn Grüne und Linke auch dagegen stimmen, reicht uns das schon."
Die Schüler werden bis dahin nicht untätig sein. Wie gestern aus Schülerkreisen zu erfahren war, soll es morgen früh ab 9.30 Uhr eine spontane Protestaktion an den beiden Berufskollegs geben. Und kommende Woche Donnerstag, wenn der Schulausschuss sich ab 15 Uhr mit dem Thema beschäftigt, wollen die Schüler vor dem Rathaus am Burgplatz erneut gemeinsam demonstrieren.
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