Duisburg: Wie Maxim die große Freiheit findet
VON JOHN GIESEN - zuletzt aktualisiert: 21.08.2009Duisburg (RPO). Der Rheinhauser Apotheker Markus Maxim ist im Mai zu einer Fahrradtour quer durch die Mitte und den Süden Europas gestartet, ganz allein mit Zweirad "Lola" und einem Traum vom Abenteuer. Bei einem Zwischenstopp in Athen erzählt er, was diese Reise mit ihm gemacht hat.
Mehr zur Reise im Netz
Wer Lust hat, Markus Maxim auf seiner Tour zu "begleiten", kann dies im Internet tun.
Auf der Seite pilgern-mal-anders.blogspot.com finden sich immer aktuelle Bilder und Informationen zur Reiseroute des 27-Jährigen.
Rheinhausen / Athen Markus Maxim steht am Hafen von Piräus, drei Monate und 7000 Streckenkilometer nach seinem Start in Rheinhausen. Er hat Einöden bezwungen, Autostaus verursacht, Gastfreundschaft erlebt, mit der Technik gestritten und seinem Fahrrad einen Namen gegeben: "Lola".
Der 27-Jährige ist Apotheker aus Rheinhausen. Auf der Suche nach der großen Freiheit hat er sich zu einer Radtour quer durch die Mitte und den Süden Europas aufgemacht. "Ich habe immer versucht, ‚echte' Menschen anzutreffen, authentisches Leben zu erleben", erzählt er, "ob es nun Pilger auf dem Jakobsweg, Spargelbauern in Frankreich oder Aussteiger in Portugal sind."
Echte Pilger und echte Diebe
Auf dem Jakobsweg zum Wallfahrtsort Santiago de Compostela zum Beispiel: "Da trifft man ,wirkliche' Pilger, die sich durch sengende Sonne quälen, junge Leute, die einfach Spaß an der Gemeinschaft haben, aber auch Sportler, die den ,Camino' zum x-ten Mal in Rekordzeit nehmen." In großen Herbergen übernachten teilweise mehrere Hundert Pilger. Allerdings wird dort vor Dieben gewarnt – da hielt Maxim sich lieber fern, dafür war ihm "Lola" zu wertvoll.
An der Atlantikküste entlang fuhr er nach Portugal, wo er bei einem Weinhändler unterkam und den Feiertag Sao Joao erlebte: Konzerte, Feuerwerk, Menschen – und natürlich Portwein. Er durchquerte Wüsten und Städte in Südspanien: "Mitten im Nichts hatte ich einen Platten am Hinterrad. Kein Problem, da ich einen zweiten Schlauch dabei habe. Drei Kilometer später der nächste: wieder hinten. Da war ich aufgeschmissen." Nach gut fünf Kilometern Schieben erblickte er glücklich einen Bauernhof.
In Italien erfuhr er, was "Savoir vivre" bedeutet: "Eine Nacht verbrachte ich bei der Familie eines Biologieprofessors der Uni Napoli. Da dieser am nächsten Morgen unbedingt mit mir in seiner Lieblingspatisserie frühstücken wollte, legte er für gut zehn Kilometer den Verkehr auf einer Nationalstraße lahm" – der Professor fuhr nämlich mit dem Auto neben dem Radler her. "Der Stau war danach sogar noch im Radio zu hören."
"Horizont erweitert"
Nach zwei kräftigen Espressi ging es mit einem Puls von 180 weiter Richtung Griechenland. "Griechenland ist der Hammer", sagt Markus Maxim. Die antiken Bauwerke, die Geschichte, und: "Die Menschen sind auffallend nett und gastfreundlich. Sie sind verbindlich und gehen auf Fremde zu."
"Diese Reise hat meinen Horizont erweitert", fasst Maxim zusammen: "Es gibt nicht nur Rheinhausen, und es gibt nicht nur die Apotheke." Aber Rheinhausen ist seine Heimat: "Es ist schön zu wissen, dass man Wurzeln hat. Es ist nur wichtig zu akzeptieren, dass auch andere Menschen Wurzeln haben, die Respekt verdienen."
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