Duisburg: Wie vor 60 Jahren alles begann
VON SONJA BROWATZKI - zuletzt aktualisiert: 05.12.2009Duisburg (RPO). Anlässlich des 60-jährigen Bestehens der Fotogemeinschaft ThyssenKrupp präsentieren die Hobbyfotografen ihre Werke ab heute im Kunstkabinett der Bezirksbibliothek Rheinhausen. Ein Besuch lohnt sich.
Rheinhausen Die Motivauswahl ist vielseitig und spannend – von Landschaften über Tierfotos bis hin zu bearbeiteten Industriefotografien ist alles dabei. Die Fotografien stammen von privaten Ausflügen der Mitglieder der Fotogemeinschaft ThyssenKrupp sowie aus gemeinsamen Fotoreisen zu Betrieben oder Zoos. Ab heute sind Werke der Hobbyfotografen im Kunstkabinett der Bezirksbibliothek Rheinhausen an der Händelstraße 6 zu sehen.
Reichlich beengt
Angefangen hat alles in einem kleinen Ingenieursbüro. Dort wurden Zeichnungen auf Mikrofilm gelagert. Wer eine dieser extrem verkleinerten Papiere brauchte, beauftragte den Verwalter dieses Archivs, Bruno Zühlke, einen vergrößerten Abzug herzustellen. Zühlke war auch über seine Arbeit hinaus fotobegeistert. In den Anfängen des Fotoclubs traf man sich in den kleinen Büroräumen, um dort Fotografien zu entwickeln. "Alle mussten stehen. Zum Sitzen gab es nicht genug Platz", erinnert sich Jürgen Daum.
Bis zum 9. Januar
Die Ausstellung ist während der regulären Öffnungszeiten der Bezirksbibliothek frei zugänglich. Die Werke werden noch bis zum 9. Januar 2010 zu sehen sein.
Weitere Fotografien und Informationen zur Fotogemeinschaft gibt es im Internet.
Zu dieser Zeit entstand auch das wohl bekannteste Bild aus der Gemeinschaft: "Der Schmelzer" von Bruno Zühlke. Zurzeit ist es noch für Filmaufnahmen ausgeliehen, doch nach der Rückgabe wird es ebenfalls in der Bezirksbibliothek zu sehen sein.
Lange Zeit reine Männerdomäne
Die Gemeinschaft hat eine lange Tradition, war sie doch bei ihrer Gründung 1949, damals noch unter der Firma "Phönix AG für Bergbau und Hüttenbetrieb", eine der wenigen organisierten Freizeitangebote überhaupt. Im Laufe der sechzigjährigen Clubgeschichte hat sich einiges verändert, berichtet Jürgen Daum, der bereits 1970 Mitglied wurde und damit der Teilnehmer mit der längsten Zugehörigkeit ist.
"Früher hat man sich ausschließlich gesiezt, obwohl man sich bereits zehn Jahre kannte", erinnert sich der ehemalige Kalkulator. Er war es, der irgendwann den Anstoß gab, mit dieser Förmlichkeit zu brechen. "Ich hatte einfach genug. Aber damals war das auch noch anders. Die Verhältnisse waren viel hierarchischer."
Lange Zeit war die Gemeinschaft eine reine Männerdomäne. Erst im Jahr 2001 öffnete sie sich für die weibliche Belegschaft. Inzwischen sind immerhin drei Frauen mit von der Partie.
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