Duisburg: Willkommen im Atelier
VON JOSEF POGORZALEK - zuletzt aktualisiert: 29.03.2008Duisburg (RPO). In einem ehemaligen Ladenlokal an der Krefelder Straße können Besucher dem Künstler Frank Obermeier bei der Arbeit zuschauen.
rheinhausen Seine Themen sind die Menschenrechte, Frieden, Krieg, Gott, Religion. Seit Jahren arbeitet der Maler Frank Obermeier daran, seine Sicht der Welt auf die Leinwand zu bringen. Große zyklische Werke sind entstanden: das „Friedenspantheon“ – zwölf Gemälde über die Religionen der Welt, ein Triptychon, dem das „Buch Lilith“ über Adams angebliche erste Frau zugrunde liegt. Schon spukt ein neuer Gemäldezyklus in des Künstlers Kopf herum: 31 Tafel über die Offenbarung des Johannes. Dabei ist das letzte Projekt Obermeiers noch nicht vollendet: neun Tafeln, auf denen der Künstler das 20. Jahrhundert reflektiert. Zusammen gesetzt ergeben die Bilder ein „Sühnekreuz“. Obermeier hofft, dass es irgendwann einmal in einer Kirche gezeigt werden kann.
Schüler willkommen
Gerne würde Frank Obermeier auch Schulklassen in seinem „offenen Atelier“ empfangen und mit ihnen diskutieren.
Anmelden muss man sich bei ihm nicht, wer mit ihm dennoch vor einem Besuch Kontakt aufnehmen möchte, kann dies per E-Mail tun. Die Adresse lautet: obrian10@gmx.de
Die Arbeiten des Rheinhausers wurden bisher nur teilweise ausgestellt. Nun kann man sie komplett, im Zusammenhang sehen. Und die dazu gehörige Texte lesen, die für Obermeier zum Gesamtkunstwerk gehören. An der Krefelder Straße 60, dort, wo ehemals der „Angelplatz“ untergebracht war, hat Obermeier sein „offenes Atelier“ eingerichtet. Wo früher Angelruten und Haken im Schaufenster lagen, ziehen nun Bilder, Obermeiers künstlerische Chronik des ersten Weltkrieges („sechs Jahre hab ich daran gesessen“) und eine alte Bergmannslampe – Erinnerung an seine Vergangenheit als „Kumpel“) – die neugierigen Blicke der Passanten an. Der Dank des Künstlers gilt der Eigentümerin des Ladenlokals, Eleonore Wallhoff: Sie habe es ihm überlassen, so lange es nicht anderweitig vermietet werden kann. „Nur die Betriebskosten muss ich übernehmen“, freut sich Obermeier.
Dreidimensionalität
Tag und Nacht sind ihm nun Besucher willkommen. Feste Arbeitszeiten kennt der Künstler nicht. „Man weiß nie, wann der kreative Schub kommt“, sagt er. Rein technisch betrachtet, sei es sei Ziel, den Bildern „Dreidimensionalität“ zu verleihen. „Die Hauptperson soll aus dem Bild heraus schweben.“ Bei den Darstellungen seine „Friedenspantheons“ ist ihm dies sehr gut gelungen. Doch auch wenn er nicht arbeitet, steht Obermeier für Gespräche mit Besuchern bereit. Manche Leute seien schon drei Stunden da geblieben. Kein Wunder, Obermeier versteht es nicht nur, mit Pinsel und Palette umzugehen, sondern setzt auch sein Mundwerk virtuos ein, wenn es gilt, das, was er tut, zu erklären. Falsche Bescheidenheit kennt er dabei nicht: Der Friedensnobelpreis gebühre ihm für sein Werk, ist er felsenfest überzeugt: „In meinen Bildern wird sichtbar, worin die Würde des Menschen besteht!“
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