Duisburg: Winkler: Unseren Delfinen geht es gut
zuletzt aktualisiert: 26.01.2010Duisburg (RPO). Die frühere NRW-Umweltministerin Bärbel Höhn (Grüne) hat jetzt gefordert, die letzten drei deutschen Delfinarien in den Zoos in Duisburg, Münster und Nürnberg auslaufen zu lassen und letztlich zu verbieten.
Hintergrund ist der Oscar-nominierte Dokumentarfilm "Die Bucht", der grausame Praktiken von Delfinjagden in Japan zeigt. Allein in Japan sollen jährlich rund 23 000 Tiere geschlachtet werden.
Damit sich der Aufwand lohnt, sollen die größten und schönster Tümmler für bis zu 150 000 Dollar an Delfinarien verkauft werden. "Dabei geht es allenfalls um Delfinarien in obskuren Vergnügungsparks oder Hotels. Das hat mit dem Zoo überhaupt nichts zu tun – im Gegenteil: Die Jagd auf Delfine lehnen auch wir rigoros ab", erklärte Duisburgs Zoodirektor Achim Winkler im Gespräch mit unserer Zeitung. Im Übrigen seien vier der sechs Delfine im Duisburger Zoo hier geboren und nicht gefangen worden.
Jürgen Ortmüller, Gründer des "Wal und Delfinschutz-Forum" (WDSF) sagte, es sein eine "vorgeschobene Lüge", wenn Zoos behaupteten, sie betrieben in ihren Delfinarien Forschung und Bildung. Demgegenüber verwies Winkler auf "Hunderte von Forschungsarbeiten". Gerade bei der Delfin-Grundlagenforschung sei man durch die Arbeit in den Zoos weitergekommen.
Die Aufforderung des früheren "Flipper"-Trainers, Ric O'Barry, keine Eintrittskarten für Zoos mit Delfinarien zu kaufen, kann Winkler nicht nachvollziehen. "O'Barry hat früher selbst mit Elektroschocks gearbeitet, damit die Delfine höher springen oder sie hungern lassen, um ihnen Kunststücke beizubringen. So etwas lehnen wir grundsätzlich ab."
Das Delfinarium sei ein "herausragendes Alleinstellungsmerkmal" des Duisburger Zoos, so Winkler. Er sei aber gerne bereit, mit Bärbel Höhn über die Delfinhaltung zu diskutieren: "Sie kann sich das bei uns gerne ansehen. Unsere Delfine werden grundsolide und nach dem neuesten Stand gehalten." Etwas Anderes sei es, wenn man generell gegen Zootierhaltung sei, kommentiert der Zoodirektor.
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