Duisburg: Winter-Lust am Kaiserberg
VON ANJA STREICHAN - zuletzt aktualisiert: 11.01.2010Duisburg (RPO). Das große Schneechaos blieb am Wochenende aus. Mit Schneeballschlachten und Schneemännern feierten Kinder den Schnee. Viele von ihnen genossen die weiße Pracht mit ihren Eltern beim Rodeln auf der Sedanwiese.
Viele machten sich am vergangenen Wochenende große Sorgen, was für ein Unwetter Tief "Daisy" Duisburg bescheren könnte. Diskussionen über fehlendes Streusalz, Hamsterkäufe und gefährlich hohe Schneewehen auf den Straßen sorgten für Schnee-Frust statt Winter-Lust. Letztendlich kam es dann doch nicht so schlimm wie erwartet. Zeit also, ein Augenmerk auf die Menschen zu richten, die es von Anfang an richtig machten und die weiße Pracht in vollen Zügen genossen.
Mit Rodeln, Schneeballschlachten und selbst gebaute Schneemänner feierten viele Duisburger Kinder den frischen Schnee. Eine der schönsten Stellen in der Stadt ist dafür die Sedanwiese auf dem Kaiserberg. "Das Beste am Rodeln ist, dass man richtig schnell wird. Ich glaube, ich habe schon 20 Stundenkilometer erreicht", schätzte der zehnjährige Konrad stolz seine Leistung ein. Zusammen mit seinen Freunden Tobias (10), Vincent (10), Philipp (9) und Leon (8) war das Schlittenfahren auf traditionellen Holzschlitten, aber auch auf modernen "Snowslidern", ein einfacher Plastiksitz, auf dem man bodennah den Abhang hinunterflitzt, wohl das schönste Freizeitvergnügen dieses Winters. "Nur den Schlitten den Hügel wieder hochzuziehen ist lästig", stellte Vincent ernst fest. Kein Wunder, denn die Sedanwiese hat an einigen Stellen erhebliches Gefälle und das auf einer Strecke von rund 50 Metern – Seitenstiche sind also vorprogrammiert.
Todesbahn ist tabu
Für die Kinder war eine Abfahrt am Kaiserberg absolut verboten. Der im Volksmund als "Todesbahn" bekannte Weg an der Westseite des Berges ist schon seit vielen Jahren mit einem Schild gekennzeichnet, das vor einer Abfahrt warnt – es herrsche Lebensgefahr. In einer Kurve der steilen Strecke verunglückte ein Rodler.
Die Mütter Siegrid Lankers und Stefanie Weißenbach aus Duissern ließen ihren Jungs freie Hand beim Spielen und Austoben. Sie achteten allerdings darauf, dass alle warm eingepackt waren. "Wir tragen den Zwiebellook, also so viele Kleidungsschichten übereinander wie möglich", sagte Sigrid Lankers lachend. Wasserdicht und warm mussten Jacken und Hosen sein, dafür holten die Eltern sogar die Wintersportkleidung inklusive Skibrille aus dem Schrank.
Heiße Getränke wärmen auf
Nicht nur für Kinder war das Winterwetter ein Wochenendhighlight. Lisa und Simon Scherer genossen heißen Tee und Kaffee, während sie ihre Kinder unbeschwert am Hang spielen ließen. "Wir schauen nicht nur zu – Rodeln macht auch uns Erwachsenen Spaß," so Simon Scherer. Männer und Frauen über 20 Jahren, die ohne Kinder den Hügel hinabrutschten, sah man aber kaum. Der Schnee war eben doch mehr ein Vergnügen für Familien mit Kindern.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum







