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Duisburg: Wird der Toepper zum Moor?

VON TOBIAS KLEINEBRAHM - zuletzt aktualisiert: 13.03.2007

Duisburg (RPO). Eine neue wissenschaftliche Studie gibt Aufschluss über die Ursachen der Wasserpest im Toeppersee.

Aufgrund des milden Winters werden die Pflanzen in diesem Jahr wohl noch stärker wuchern als bisher.
Segelromantik am Toeppersee. Der Wassersport wurde in den letzten Jahren zunehmend durch wuchernde Schlingpflanzen behindert. Noch immer gibt es keine Lösung für das Problem.  Foto: RPO
Segelromantik am Toeppersee. Der Wassersport wurde in den letzten Jahren zunehmend durch wuchernde Schlingpflanzen behindert. Noch immer gibt es keine Lösung für das Problem. Foto: RPO

Mit den ersten warmen Sonnenstrahlen bereiten sich auch die Vereine rund um den Toeppersee auf den Frühling und Sommer vor, die Windsurfer ebenso wie die Segler, die Angler oder der Bootsverleih. Doch der nasse Spaß in und am See wird in diesem Jahr vermutlich ziemlich getrübt bleiben. Die kanadische Wasserpest, die den See Jahr für Jahr mit Schlingpflanzen zuwuchern lässt, wird sich wegen des milden Winters wohl noch früher und noch exzessiver ausbreiten als bisher. Das ist eines der Ergebnisse einer wissenschaftlichen Analyse, die das städtische Umweltamt in Auftrag gegeben hatte und nun den Wassersportvereinen vorstellte.

Info

Kanadische Wasserpest

Die kanadische Wasserpest wurde von Nordamerika nach Europa eingeschleppt und hat hier keine natürlichen bestandsregulierenden Feinde. Die Ausläufer der krautartigen Pflanze können bis zu drei Meter lang werden, sie vermehren sich in flachen Gewässern wie dem Toeppersee besonders zahlreich.

Rund 20 Gäste waren ins Clubhaus der Brettsegler am Toeppersee gekommen, um sich über die Situation des Gewässers zu informieren. Zwei Wissenschaftler von der LINEG (Linksniederrheinische Entwässerungs-Genossenschaft) hatten seit Mai vergangenen Jahres die Gewässerphysik, -biologie und -chemie untersucht und kamen zu dem eindeutigen Ergebnis: Ursache für die Wasserpest ist der hohe Phosphatgehalt im Wasser und im Sediment (schlammige Ablagerungen am Grund).

Weniger eindeutig ist der Maßnahmenkatalog zur Bekämpfung der Wasserpest. Das Abmähen des Sees stellt keine Lösung dar. „Da müsste man mehrmals pro Jahr mähen und das ist nicht finanzierbar“, sagte Umweltdezernent und Stadtdirektor Peter Greulich. Andere Möglichkeiten wären, den phosphathaltigen Schlamm vom Boden abzusaugen, was immerhin einige Jahrzehnte wirken würde, oder den See weiter auszukiesen. Zugleich müsste verhindert werden, dass neues Phosphat ins Wasser gelangt, etwa durch Vogelkot oder „Naturdünger“ von Badegästen. Diese werden aber voraussichtlich immer zahlreicher zum Toepper kommen, da das Freibad wohl schon in diesem Sommer geschlossen bleibt.

„Relativ ratlos“

Für Axel Führer, den Sprecher der Arbeitsgemeinschaft der Wassersportvereine, ist jedenfalls klar: „Es muss eine Lösung gefunden werden, mit dem wir die Verkrautung des Sees ein für alle Mal in den Griff bekommen.“ Welche Maßnahme dafür aber die geeignete ist, ist noch unklar. „Im Moment sind wir noch relativ ratlos“, so Greulich, „wir erarbeiten nun eine Machbarkeitsskizze, in der die Vorteile, Nachteile und Kosten aller Alternativen abgewogen werden.“ Nur eine Möglichkeit scheidet wohl aus: Durch Nichtstun würde der See langfristig zu einem Moor verkommen.

Auch wenn Greulich den Vereinen keine Hoffnungen auf eine baldige Lösung machen konnte, legte er dennoch ein klares Bekenntnis zum Toeppersee ab: „Wir tun, was wir können, um den Toeppersee als Naherholungsgebiet für die Menschen langfristig zu erhalten.“

Quelle: RP

 
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