Duisburg: Zaubern wäre die Lösung
VON HANS ULRICH KRESS - zuletzt aktualisiert: 14.08.2008Duisburg (RPO). Großes Interesse fand die Vorstellung des SPD-Konzepts zur Umgestaltung des Hochemmericher Marktplatzes. Auch die Marktveranstalter hätten gegen die neue Optik nichts einzuwenden. Sie fürchten allerdings, dass der Wochenmarkt zu sehr beeinträchtigt würde.
BL zieht mit
Den Bürgerlich-Liberalen (BL) in Rheinhausen gefällt das SPD- Konzept. Der Marktplatz könnte architektonisch aufgewertet werden, so der BL-Bezirksfraktionsvorsitzende Karsten Vüllings. Allerdings steigere das SPD-Modell für sich allein noch nicht die Aufenthalts- und Verweilqualität auf dem Marktplatz. Deshalb sollte aus bürgerlich-liberaler Sicht der von der Bezirksvertretung verabschiedete Maßnahmenkatalog in puncto Umgestaltung der Marktplatzfläche in die weiteren Überlegungen einfließen.
Rheinhausen „Lasst die Finger von der Marktfläche“, mahnte Rudi Lisken die Genossen vom SPD-Ortsverein Hochemmerich im voll besetzten Restaurant der Rheinhausen-Halle. Dort informierte der Ortsverein zum Thema „ Verschönerung des Hochemmericher Marktes“. Der Wochenmarkt habe schon in der Bauphase des Marktforums unruhige Zeiten durchmachen müssen. „Die Innenstadt lebt vom Markt. Er lockt Kunden aus ganz Duisburg und vom gesamten Niederrhein an“, erklärte der SPD-Politiker und Markthändler Lisken eindringlich. Der Wochenmarkt ginge „in die Binsen“, wenn wegen erneuter Bautätigkeiten Verlegungen unumgänglich würden.
Die Hochemmericher SPD-Senioren hatten sich im Vorfeld über eine attraktivere Gestaltung des Marktplatzes Gedanken gemacht, die von Architekt Rüdiger Kaleschke ausgearbeitet wurden. Demzufolge sollen fünf der denkmalgeschützten Trägerbögen der früheren Kruppwerkstatt (die im Logportgelände eingelagert sind) in L-Form vor dem Marktforum und an der Straße Am Hochemmericher Markt postiert werden. Die beanspruchte Fläche wäre minimal, da die Fundamente nur wenige Quadratmeter benötigten und die Spannweite der Bögen so weit sei, dass Marktstände darunter bequem Platz fänden, erklärte der Architekt.
„Gesamte Halle aufstellen“
Einen anderen, jedoch nicht weiter diskutierten Vorschlag unterbreitete Harald Jochums, der als Architekt in der Eisenbahnsiedlung wohnt. Er würde die gesamte Halle auf dem Markt aufstellen, überdachen, verglasen und Tore einbauen, um den Markt unter Dach und Fach zu bringen. „Eine in 500 Kilometern Umkreis einmalige Lösung.“
Nachdem der eine oder andere Diskussionsteilnehmer sich für das Verschrotten der Stahlbögen ausgesprochen hatte, appellierte Ingrid Lenders, Vorsitzende der Margarethensiedler, mit der Aufstellung der Träger ein bleibendes Zeichen für die ehemalige Stahlstadt Rheinhausen zu setzen: „Das sind wir unseren Kindern schuldig.“ Lenders fand breite Zustimmung.
Allerdings gab es auch den Vorschlag, die Trägerbögen im Diergardt-Park aufzustellen. Und Bezirksvertreter Rolf Holz vermisste im Konzept der SPD (das auch ein Schachfeld auf dem Markt vorschlägt) Angebote für Kinder. Herbert Penn (Concordia Rheinhausen) mahnte an, nicht „alles im Vorfeld zu zerreden“.
Trotzdem warnte der Chef des Marktveranstalters Frischekontor, Peter Joppa, vor negativen Auswirkungen auf das Marktgeschehen. Joppa schlug vor, die Träger bis auf einen Meter vor das Marktforum zu rücken. Dann müsste der Wochenmarkt nicht leiden. Wie nah die Positionen in der Sache beieinander liegen, klang aus einer Äußerung Rudi Liskens heraus. Könnten die Bögen ohne längere Bauzeit „auf den Marktplatz gezaubert werden“, hätte er gegen das neue Erscheinungsbild nichts einzuwenden.
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