Duisburg: Zentrum gegen Diktaturen
VON HILDEGARD CHUDOBBA - zuletzt aktualisiert: 05.09.2008Duisburg (RPO). Das geplante NS-Dokumentationszentrum wird an Duisburgs braune Vergangenheit erinnern, zugleich aber auch deutlich machen, wie Diktaturen heutzutage Menschen in ihren Bann ziehen und unterdrücken.
Einige Probleme sind zwar noch aus dem Weg zu räumen, aber es scheint, als ob im kommenden Jahr mit dem Bau des „Stadtfensters“ begonnen wird. Auf dem Gelände des alten Boecker-Hauses entsteht dann ein Zentrum, in dem nicht nur die Stadtbibliothek und die Volkshochschule neue Räume bekommen, sondern in dem auch ein NS-Dokumntationszentrum entstehen wird. Es ist in seiner Art einzigartig. Denn es wird sich in einem Neubau befinden, auf einem Grundstück, das nicht durch „braune“ Geschichte belastet ist.
Zwei, höchstens drei Jahre sollen noch vergehen, bis die Duisburger erfahren oder auch nachvollziehen können, wie die NS-Diktatur die Stadtgeschichte geprägt hat. Sie werden auf den Weg gebracht, sich am Beispiel der Nazizeit auch mit Fragen des Entstehens von damaligen und heutigen Diktaturen auseinander zu setzen. Gerade junge Leute sollen nachvollziehen können, wie unter Herrschaftsregimen öffentliche Meinung geprägt wird, was Zensur bedeutet und warum es so gefährlich ist, Neonazis auf den Leim zu gehen.
In einem quadratischen Ausstellungsbereich innerhalb des Zentrums wird es vier weitere kleinere quadratische Räume geben, in denen die Zeit der Weimarer Republik, die Machtergreifung durch die Nazis, der Aufbau des diktatorischen Staates, die Kriegs- und die Nachkriegszeit in Bild und Schrift plakativ aufbereitet wird.
Dunkle Vergangenheit
Wesentlicher Bestandteil des NS-Dokumentationszentrums ist allerdings die dokumentarische Aufarbeitung Deutschlands dunkler Vergangenheit. Die Stadtbibliothek ist beispielsweise schon kräftig dabei, einen Präsenzbestand zusammenzutragen oder sich mit Klassensätzen versorgen.
Denn es wird angestrebt, dass gerade Schüler hin und wieder ihren (Geschichts-) Unterricht in das Zentrum verlegen. Dr. Martin Rüther, der das 20 Jahre alte Kölner NS-Dokumentationszentrum mit aufbaute und das Konzept für das Duisburger Haus mitentwickelte, regt an, die Uni und ihre Studenten zur wissenschaftlichen Arbeit einzubinden.
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