Duisburg: Zu viele alte Wohnungen
VON JOHANNA MUSCHALIK - zuletzt aktualisiert: 28.08.2009Duisburg (RPO). Die Stadt Duisburg hat ihren neuen Wohnbericht vorgelegt. Besonders in den Bereichen Barrierefreiheit und Energieeffizienz sieht die Stadt Handlungsbedarf. Weiteres Problem: die sinkende Zahl der Sozialwohnungen.
Wohnprojekte
Zukunftsträchtige Ideen sind für Andrea Schneebeck vom Amt für Soziales und Wohnen unter anderem Gemeinschaftswohnprojekte wie der Beginenhof oder das generationsübergreifende Wohnprojekt des Vereins "Wohnen im Ruhestand", das in Rumeln-Kaldenhausen entstehen soll. Der Verein hat sich aus Menschen gegründet, die schon jetzt fürs Alter vorsorgen wollen, um später nicht allein leben zu müssen.
Den kompletten Wohnbericht gibt es ab der kommenden Woche im Internet unter www.duisburg.de
Es muss noch einiges geschehen, damit der Wohnungsmarkt in Duisburg dauerhaft zukunftsfähig ist, so das Ergebnis des diesjährigen Wohnberichts der Stadt. Der Bericht liefert jedes Jahr einen Überblick über die aktuelle Lage auf dem Wohnungsmarkt in Duisburg sowie über Haushaltsstrukturen.
Mehr Single-Haushalte
Obwohl die Einwohnerzahlen in der Stadt rückläufig sind, nimmt der Wohnungsbestand leicht zu, heißt es im Bericht. "Das kommt daher, dass immer mehr Haushalte aus Singles, Senioren oder Alleinerziehenden bestehen", erklärt Sozialdezernent Reinhold Spaniel. Als große Aufgabe für die Stadtentwicklung sieht er die nachhaltige Sicherung von Wohnquartieren. Das beziehe sich vor allem auf die Bereiche Barrierefreiheit und Energieeffizienz. "Inzwischen sind die Nebenkosten schon fast so hoch wie die Miete selbst. Da wird es immer wichtiger, energieeffizient zu bauen, um so Geld einsparen zu können", so der Sozialdezernent. Maßnahmen zur energetischen Sanierung könnten von Kommune und Land zum Beispiel mit zinsgünstigen Darlehn gefördert werden.
Zur nachhaltigen Sicherung gehöre aber auch die Gestaltung des Umfeldes. "Es müssen mehr wohnungsnahe Dienstleistungen und Kommunikationsmöglichkeiten geschaffen werden", meint Reinhold Spaniel. "Das ist besonders in Anbetracht des demographischen Wandels wichtig, damit Menschen möglichst lange in ihren eigenen vier Wänden bleiben können." Sorgen bereitet dem Amt für Soziales und Wohnen, das unter anderem für das Wohnungswesen und die Entwicklungen des Duisburger Wohnungsmarktes zuständig ist, die Tatsache, dass die Zahl der Sozialwohnungen stetig abnimmt. Dabei handelt es sich um Immobilien, die vor allem für finanzschwache Haushalte gedacht sind. Bis 2027 erwartet die Stadt, dass sich die Zahl solcher Wohnungen auf rund 16 000 Wohnungen halbieren wird. "Dadurch haben wir immer wenigster Zugriffsmöglichkeiten und müssen zunehmend Kooperationen mit Vermietern eingehen", meint Andrea Besken-Schneebeck, Abteilungsleiterin beim Amt für Soziales und Wohnen.
Viele Investitionen nötig
Als problematisch sieht die Stadt zudem, dass 75 Prozent der Wohnungen in Duisburg älter als 40 Jahre sind. "Dieser Wohnraum entspricht meist nicht den neuen energetischen Standards. Dementsprechend müsste dort in den kommenden Jahren einiges investiert werden", so Sozialdezernent Spaniel.
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