Duisburg: Zündstoff im Streit um Mingas
VON SINA ZEHRFELD - zuletzt aktualisiert: 14.05.2009Duisburg (RPO). Baerl Der Termin hätte besser nicht sein können, um der ohnehin schon hitzigen Diskussion um das Mingas-Projekt noch einmal etwas Sauerstoff zuzufächeln: Die Bezirksregierung Arnsberg hat der Firma Mingas gestern die grundsätzliche Genehmigung zur Gewinnung von Grubengas in Baerl erteilt. Heute sind die Pläne der Evonik-Tochter Thema in der Sitzung der Homberger Bezirksvertretung (BV).
Mingas will unter Baerls Grund und Boden Methangas abpumpen und damit in einer Verbrennungsanlage im Binsheimer Feld Strom erzeugen. Im Stadtteil regt sich dagegen Protest, der immer heftiger wird. Die Anwohner fürchten, dass die Anlagen die Landschaft verschandeln, und sie fürchten Lärmbelästigung. Besonders kritisieren sie, dass Mingas sie über den Stand der Pläne im Unklaren lasse.
"Es wird etwas gebaut, wir wissen nicht genau, wie groß, wir wissen nicht genau, wo, und wir wissen nichts über die Bauphase. Das schürt Ängste", sagte Beatrix Brinskelle, Fraktionsvorsitzende der Grünen in der Homberger BV. "Wenn vor dem Hintergrund, dass diese Erlaubnis da ist, Mingas jetzt nicht einen Schritt auf die Bevölkerung zugeht, werden die Proteste mit Sicherheit noch zunehmen."
Rätsel um Vogelschutzgebiet
Der Bereich des geplanten Methangaskraftwerkes war bei einem Erweiterungsvorschlag der Stadt für das dortige Vogelschutzgebiet ausgenommen worden. Ein Umstand, der die CDU-Fraktion stutzig machte: Sie will geklärt wissen, wie es dazu gekommen ist und inwiefern dieses Vorgehen den Mingas-Plänen entgegen kommt.
Beatrix Brinskelle ihrerseits fragt: "Wie kommt es, dass die Anlage Auswirkungen bei der Ausweisung des Vogelschutzgebietes hatte, obwohl angeblich noch gar nicht feststeht, wo sie hin soll?"
"Der meiste Unmut hängt mit der fatalen Informationspolitik der Firma Mingas zusammen", meint der SPD-Fraktionsvorsitzende Hermann Grindberg. Er werde beantragen, dass die Verwaltung eine Informationsveranstaltung plant, bei der sämtliche vorhandenen Fakten auf den Tisch kommen.
Mingas wehrt sich gegen Vorwurf
"Wir werden beantragen, dass der Oberbürgermeister aufgefordert wird, nochmal mit Mingas und den zuständigen Stellen zu verhandeln, damit die Belastung der Bevölkerung minimiert wird", sagte Manfred Hartl (CDU). Ob sich, so oder so, der Bau der Anlagen verhindern lassen würde, dazu zeigte er sich eher skeptisch.
Den Vorwurf der "fatalen Informationspolitik" will sich das Unternehmen Mingas übrigens nicht gefallen lassen. Schließlich habe es mehrere Ortstermine mit Mingas-Mitarbeitern in Baerl gegeben, und man habe die Besichtigung einer anderen Grubengasanlage organisiert, erklärte eine Sprecherin.
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