Duisburg: Zurück in die Stadt
VON PETER KORTE - zuletzt aktualisiert: 05.03.2009Duisburg (RPO). Die Zahl der Shopping-Center in den Innenstädten steigt kräftig an. Das Einkaufsverhalten spreche inzwischen gegen die "grüne Wiese", meinten Fachleute gestern bei der IHK-Veranstaltung zum Thema "Quo Vadis Innenstadt?"
Service – Mythos
Der Markt boomt derzeit in den unteren Preissegmenten und bei den Spitzenprodukten.
Beim Service ist die Qualität, hieß es gestern, mehr Mythos als Wirklichkeit.
Nach Ansicht der Fachleute wird der Einzelhandel nicht so stark in die Krise geraten.
Gewinner sind die Discounter.
Will man Michael Gerling glauben – und er ist der Fachmann –, dann hat es Duisburg genau richtig gemacht. Die Zahl der Shopping-Center in den Innenstädten steigt gigantisch an. Das Erfolgskonzept ist der Branchenmix in solchen Häusern wie dem Forum, das im Herbst vorigen Jahres mitten an der Fußgängerzone seine Türen öffnete. Michael Gerling ist Geschäftsführer des Euro Handels Instituts in Köln, und er referierte gestern im Rahmen einer IHK-Veranstaltung vor zahlreichen Fachleuten wie CityManagern, Architekten, Bürgermeistern, Beigeordneten und natürlich Kaufleuten des Niederrheins.
"Quo Vadis Innenstadt? Partnerwechsel in der City" lautete der Titel der Veranstaltung, in der zum Beispiel Dezernent Jürgen Dressler zum Thema "Verdammt zum Wachsen – oder einfach nur glücklich schrumpfen?" und Markus Schröpfer von der MTS Systemgastronomie GmbH Duisburg über die "Angebotsdifferenzierung in der Gastronomie" sprachen. Bei der Begrüßung stellte IHK-Vizepräsident Boris Roskothen fest, dass Vieles in Bewegung sei, "und dass wir krisenerprobter geworden sind".
Angesichts des demographischen Wandels beleuchtete Dr. Ulrich Reinhardt von der Stiftung Zukunftsfragen (Hamburg) die "Ansprüche von Bürgern und Kunden im Jahr 2020", wobei er feststellte, dass die Familie als Zielgruppe stetig an Bedeutung verliere. Dagegen habe der ältere Mensch mehr Geld zum Ausgeben. Allerdings habe der Handel diese Zielgruppe immer noch nicht richtig im Visier. Wer die Älteren außen vorlasse, der bleibe auf der Strecke. Die Devise für die Zukunft müsse sein: höchste Qualität für jede Kasse und Klasse. Und: Handel ist Wandel, und darauf muss der Handel reagieren.
Michael Gerling holt sich mit dem Euro Handels Institut (Retail Institute) seine Informationen an der Quelle: "Wir fragen die Einzelhändler selbst." Die Frage des Tages, wohin die Stadt der Zukunft gehe, beantwortete er klipp und klar mit "Die Stadt ist wieder im Kommen!" In verschiedenen anderen Ländern wie den USA sei das an Trends wie dem "Express-Konzept" deutlich zu erkennen. Große Fachmärkte (wie Möbelhäuser) böten kleine Dependancen mitten in der City. Das "andere" Einkaufs- und Verzehrverhalten spreche gegen die "grüne Wiese". Die Zukunft haben seiner Meinung nach eben Shopping Center wie das Duisburger Forum.
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