Duisburg: Zurück nach ,good old Germany’
VON STEPHANIE SCHÖNFELD - zuletzt aktualisiert: 28.07.2007Duisburg (RPO). Auszeit von der Schule. Mit meiner Gastmutter bin ich nach Massachusetts zur Hochzeit ihrer Cousine eingeladen. Um 5 Uhr morgens geht es zum Flughafen, nach Zwischenstop in Chicago landen wir in Providence, Rhode Island. Im Auto geht es weiter durch die Neuenglandstaaten, die Landschaft erinnert tatsächlich an ein regnerisches England. Die Mayflower, das Schiff der ersten englischen Einwanderer, kreuzt unseren Weg. In Originalkleidung ausstaffierte Personen erläutern die Schwierigkeiten der Überfahrt. Die Plantage, auf der Siedler und Indianer zunächst friedlich miteinander gelebt haben, lässt uns im Gewitter die Schwierigkeiten der damaligen Menschen erahnen.
Durchnässt bis auf die Knochen lerne ich den Big Dig kennen, das größte unterirdische Straßennetz der Erde. Hier fließt der Verkehr hervorragend, aber die chaotische Fahrweise der Bostoner sorgt für eine aufregende Fahrt. Gerade noch rechtzeitig kommen wir zur Probe in die Kirche, anschließend lädt uns die Familie des Bräutigams nach amerikanischer Tradition zum „rehearsal dinner“, dem „Probe-Essen“ am Vorabend ein.
Imposanter Blick auf Harvard
Tags darauf bewundere ich Bostons Skyline während der Hafenrundfahrt. Mein Schülerherz schlägt schneller, als ich im angrenzenden Cambridge die imposante Harvard University sehe: so viele paukende Studenten, und ich genieße meine Extra-Ferien. Krönender Abschluss der Reise ist natürlich die gelungene Hochzeit.
Zurück in San Antonio kämpfe ich mich durch den verpassten Schulstoff, genügend Arbeitsblätter liegen vor mir. Die Vorbereitungen für die gefürchteten Abschlussexamina laufen auf Hochtouren. Da überrascht mich mein Mathelehrer in der achten Stunde mit einem dicken Stapel voller Aufgabenblätter für die nächste Woche. Kurzfristig müssen meine Gasteltern an die Golfküste Floridas reisen; das amerikanische Talent, rasch zu organisieren, klappt also auch für mich an der Schule. Bis zum Abend sind alle Koffer gepackt; ich sträube mich natürlich nicht, sie zu begleiten.
Nach einer 15-stündigen Autofahrt durch Mississippi, Louisiana und Alabama kommen wir an den weißen Sandstrand in Fort Walton Beach, Florida. Sonne, Wasser, was will man mehr? Schwimmend bietet sich sogar die Gelegenheit, Delphine in einiger Entfernung zu beobachten. Auch diese Woche vergeht schnell, schon stecke ich mitten in den Abschlussprüfungen. Vierzehn Tage später sehe ich fast nur glückliche Gesichter um mich herum, aber für mich heißt es leider Schule ade.
Aufgeregt, freudig, aber auch ein bisschen traurig, steige ich ein paar Tage später in die Boeing 767, die mich über den Ozean nach „good old Germany“ zurückbringt. Eine ereignisreiche und wundervolle Zeit liegt hinter mir. Goodbye Texas, wir sehen uns wieder!
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