Sportlerwahl mit Video: Achim Schürmanns Hüftwurf
VON HERMANN KEWITZ - zuletzt aktualisiert: 08.10.2010 - 10:25Die Sportlerehrung hielt so manchen besonderen Moment parat. Der Abend in der Mercatorhalle feierte den Sport der Stadt in angemessener Weise und war ein würdiger Neuanfang für die Veranstaltung, die zuletzt stiefmütterlich behandelt worden war.
Die Gala für die Sportler des Jahres hatte ihre besonderen Momente: Das breite Lächeln des Jannik Innerkofler, als er bei "Sport trifft Klassik" vom Intendanten der Philharmoniker, Dr. Alfred Wendel, als Bester der Saison 2009/2010 auf die Bühne der Mercatorhalle gerufen wurde.
Die charmante Bekenntnis der besten Behinderten-Sportlerin, Angelina Pillitteri vom 1. Walsumer Judo Club, dass sie ihre Gegnerinnen am liebsten per Huftwurf auf die Matte bugsiert. Der Trainer des Jahres, Achim Schürmann vom OSC Rheinhausen, zeigte dann seine Variante dieser Hüftbewegung, als er die Moderatorin Kerstin von der Linden schwungvoll umarmte und beinahe auf die Bretter zwang.
Keine Befreiung erwirkt
Die Wasserballer des ASCD baten das Publikum, per Beifall bei ihrem Trainer Arno Troost die Befreiung vom Frühtraining zu erwirken. Tobias Kreuzmann war da so frei. Arno Troost aber ließ sich nicht beirren. Um 6.30 Uhr am Morgen musste die Mannschaft des Jahres wieder ran. Lena Müller kam eigens vom Studienort Ulm, um die Trophäe in Empfang zu nehmen.
Zum Rudern sei sie gekommen, weil der Arzt bei ihr einen schiefen Rücken diagnostizierte. Damals war sie zehn. Heute hat die 22-Jährige immer noch einen schiefen Rücken, wie sie sagte. Aber: Sie hat auch eine Goldmedaille als Weltmeisterin im Doppelvierer. Und einen Traum hat die junge Frau vom Duisburger Ruderverein ebenfalls. Sie will zu den Olympischen Spielen nach London.
Natürlich zeigten sich bei dem Galaabend, den der Lions Club Duisburg-Rhenania veranstaltet hatte und der Stadtsportbund mitorganisierte, alle Sieger "vollkommen überrascht" von der Auszeichnung als Sportler des Jahres. Immerhin, Achim Schürmann hatte eine kleine Danksagung vorbereitet und freute sich öffentlich, dass seine Frau ihm die Freiheit lasse, viermal in der Woche mit den Jungs des Handball-Zweitligisten "Spaß beim Sport" zu haben. Nationalspieler Julian Real, der bei der Wahl zum Sportler des Jahres auf Platz zwei kam, dafür aber die Trophäe mit dem ASCD gewann, muss noch größeren Aufwand leisten. Elf Trainingseinheiten absolviert das Team von Trainer Troost.
So bekam das Publikum in der ausverkauften Mercatorhalle einen Eindruck davon, dass die Geehrten, aber auch die Platzierten viel in ihren Sport investieren, beste Leistungen nicht durch Talent allein gewonnen werden. Ans große Geld kommen die Geehrten wohl kaum. Immerhin, großer Applaus ist als Lohn nun auch nicht so verkehrt.
Dankeschön an die Ehrenamtler
Der Abend, an dem die Philharmoniker "We are the Champions" in großer Besetzung spielten, bot die Möglichkeit zu einem weiteren Dankeschön. Unternehmen aus der Stadt hatten die Plätze an den Tischen gesponsert. Gutes Essen wurde serviert. Feinste Musik gespielt. All dies genossen viele Ehrenamtler aus den Vereinen. Sie profitierten von der Großzügigkeit der Sponsoren, die Tickets an die Frauen und Männer im Hintergrund sportlicher Höchstleistung zu verschenken.
So gelang in bester Umgebung ein würdiger Neustart für die Ehrung zum Sportler des Jahres, die zuletzt stiefmütterlich behandelt worden war. Ralph Cervik von den Lions wollte erst eine Bilanz ziehen und mit den Sponsoren sprechen, bevor er sagt: "Das machen wir nächstes Jahr wieder."
Uwe Busch, Geschäftsführer des Stadtsportbundes, war sich dagegen sicher: "So müssen wir weitermachen." In der Tat, der Abend am Mittwoch feierte den Sport in der Stadt auf angemessener Weise. Und eben jene besonderen Momente zeigten, dass die so Geehrten ihren Moment im Rampenlicht der Bühne in der Mercatorhalle wahrlich verdienten.
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