Wasserball: ASCD: Die Klänge der Blasmusik
VON KRISTOF KÖLLER - zuletzt aktualisiert: 24.04.2009Nett war's in Neede. Sportlich hatte der Ausflug nach Holland keinen sonderlich großen Stellenwert. Aber eine Einladung schlägt man ja bekanntlich nur ungern aus. Erst recht, wenn sie von einem guten alten Bekannten kommt. Marcel ter Bals, früher Trainer des Wasserball-Bundesligisten ASC Duisburg, hat mittlerweile als Trainer in der niederländischen Provinz Gelderland angeheuert.
In diesen Tagen feiert der dortige Verein sein 75-jähriges Bestehen. Ter Bals' Wunsch nach einem Einlage-Spiel wollten die "Amateure" deshalb nicht abschlagen. "Für uns war das war eine willkommene Abwechslung", lauschte ASCD-Coach Arno Troost nur allzu gern den Klängen des Blasmusik-Orchesters und schaute entspannt zu, wie seine Mannschaft in aller Freundschaft dem niederländischen Erstligisten Burcolo eine Lehrstunde erteilte.
Heute Abend finden sich Kapitän Tobias Kreuzmann und seine Kameraden selbst in der Rolle des Außenseiters wieder. Um 20 Uhr unternimmt der ASCD in der Schwimmhalle in Berlin-Schöneberg den x-ten Anlauf, die Wfr. Spandau 04 zu stürzen. Diesmal im Halbfinale des Turbo-Cups, wie sich der Deutsche Pokalwettbewerb nun schon seit einigen Jahren neudeutsch nennt.
"Müssen am Limit spielen"
Doch dürfen sich die "Amateure" überhaupt Chancen ausrechnen, den Primus stürzen zu können? Personell ist Spandau besser besetzt, außerdem spielt der 25-malige Pokalsieger vor heimischem Publikum. Und das Auftreten der ASCD-Akteure in den Liga-Duellen (7:12 und 8:12) gibt auch nur sehr bedingt Anlass zur Hoffnung. Obwohl. "Wir haben in beiden Spielen bei weitem nicht unsere Leistung abrufen können", glaubt Troost schon, "dass wir durchaus eine Chance haben, wenn wir am Limit spielen."
In der Vorbereitung auf den Saison-Endspurt – am 7. Mai beginnen die Play-offs um die Deutsche Meisterschaft – nimmt Troost sein Team hart ran. Spaßige Einheiten wie die in Neede sind da die absolute Ausnahme. Über Ostern absolvierte der ASCD ein Trainingslager, testete gegen die niederländische Nationalmannschaft ebenso wie gegen den SV Krefeld 72 und den PSV Eindhoven. Troosts Eindruck: "Die Jungs sind mit Feuereifer bei der Sache, wollen endlich einen Titel holen."
Finale findet schon Sonntag statt
Freilich, das ausgegebene Ziel, in dieser Saison, Meister und/oder Pokalsieger werden zu wollen, relativiert der Trainer: "Spandau muss die Titel holen. Wir wollen's unbedingt." Seine junge Mannschaft verfüge über ein enormes Potential, sei in den direkten Duellen aber eben noch nicht so gefestigt wie der Titelverteidiger von der Spree.
Für den Fall, dass dem ASCD dennoch heute Abend der Pokalcoup glückt, stünde bereits am Sonntag das Endspiel an. In diesem würde auswärts sehr wahrscheinlich der SV Bayer Uerdingen warten. Die Krefelder steigen ebenfalls heute Abend in ihrem Halbfinale gegen den SC Wedding als klarer Favorit ins Becken.
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