Wasserball: ASCD: Saisonstart am Bosporus
VON KRISTOF KÖLLER - zuletzt aktualisiert: 23.09.2010 - 09:15Für den ASC Duisburg beginnt heute Abend in Istanbul die neue Spielzeit. Arno Troost ist freudig gespannt. "Mal schauen, was uns erwartet", sagt der Trainer des ASC Duisburg mit Blick auf die heute Abend offiziell beginnende Saison.
In Istanbul hat der amtierende Wasserball-Pokalsieger und -Vizemeister ein knüppelhartes Programm vor der Brust. Vier Spiele binnen drei Tagen absolvieren die "Amateure" beim Erstrunden-Turnier der EuroLeague. Um den Verbleib in der Königsklasse zu sichern, müsste der ASCD die Plätze eins oder zwei belegen. Zur Weiterbeschäftigung in der LEN-Trophy, vergleichbar mit der Europa League im Fußball, genügt es, wenn Tobias Kreuzmann und Co. am Bosporus Dritter oder Vierter werden.
Realismus
Den Dingen, die da kommen, blickt Arno Troost gewohnt realistisch entgegen: "Wir haben einen kleinen Umbruch hinter uns, viele junge Spieler im Kader, und unsere Nationalspieler sind erst vor kurzem von der Europameisterschaft zurückgekommen. Da kann man sicher keine Wunderdinge erwarten." Im Normalfall, so glaubt der Coach, sollte seine Mannschaft stark genug sein, um im Fünferfeld auf dem dritten Platz zu landen. Den Gastgeber, Istanbul Yuzme Ihtisas Kulubu, schätzt Troost als schlagbar ein, ebenso den ukrainischen Vertreter BMK Charkov. Gegen die Profis von Vouliagmeni NC (Griechenland) und Leonessa Brescia (Italien) hängen die Trauben hingegen sehr hoch.
Die Vorbereitung auf die ersten Pflichtspiele der Saison 2010/11 verlief, gelinde gesagt, bescheiden. "Dass die EM derart spät stattfand, ist für die Vereine, die international spielen, eine Katastrophe", findet Troost klare Worte. Erschwerend kommt im Falle des ASCD hinzu, dass sich am Barbarasee personell eine ganze Menge getan hat. Fünf Spieler haben die schwarz-gelbe Kappe abgelegt, darunter mit den Müller-Brüdern Florian (Karriere-Ende, jetzt Sportlicher Leiter) und Maximilian (zurück nach Süddeutschland) zwei absolute Leistungsträger. Deren Abgänge zu kompensieren, ist nicht möglich. Zumindest vorerst.
Treu bei den Neuzugängen
Denn in punkto Neuzugänge sind die "Amateure" ihrer Linie treu geblieben. Abgesehen von Nationalspieler Sven Rößing, der im Center eine echte "Bank" ist, wurden durchweg junge, hungrige Spieler verpflichtet. Torhüter Moritz Schenkel und Jugend-Nationalspieler Jan Obschernikat kamen wie Rößing von Bayer Uerdingen. Simon Eschmann entstammt dem Nachwuchs des SV Brambauer. Frederic Schüring, Philipp Kalberg oder auch Ulf Ranta spielen noch in der A-Jugend des ASCD und sollen behutsam herangeführt werden.
Mit Ausnahme von Eschmann werden die Talente in Istanbul erstmalig Europapokal-Luft schnuppern. Ganz ohne Druck, versteht sich. "Die Jungs können ihren Weg machen. Ich kann von 16- und 17-Jährigen aber nicht erwarten, dass sie für uns gleich in die Bresche springen", geht Arno Troost die Herausforderung in der Türkei durchaus entspannt an: "Wir müssen zusehen, dass wir unsere Leistung bringen. Alles weitere wird sich zeigen."
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