Wasserball: Auf dem Weg zu alter Stärke
VON KRISTOF KÖLLER - zuletzt aktualisiert: 12.11.2009Mit dem Spiel beim ASC Brandenburg kehrt der DSV 98 am Samstag in die Wasserball-Bundesliga zurück. Die Mannschaft wurde enorm verstärkt und hat das Zeug, die Play-offs zu erreichen.
Christian Koke spricht von einer "fast optimalen Vorbereitung". Allein der verletzungsbedingte Ausfall von Felix Grade trübt die Euphorie rund um den DSV 98 ein klein wenig. Nach der Rückkehr in die Wasserball-Bundesliga hegt der Altmeister ehrgeizige Ambitionen. Zumindest intern. Offiziell hält sich die sportliche Leitung noch bedeckt: "Wir wollen gut in die Saison starten und schauen erstmal von Spiel zu Spiel", sagt Koke und versucht, erst gar keinen Druck aufkommen zu lassen.
Ob dem Trainer das gelingt? Eher nicht. Denn personell sind die 98er für einen Aufsteiger grandios aufgestellt. Anders als in den Vorjahren ist nun jede Position zumindest doppelt besetzt. Und das durchaus hochkarätig. Den Neuzugängen sei Dank. Die Rückkehrer Raul Diakon und Torhüter Thomas Hertes spielten vor gar nicht allzu langer Zeit noch mit dem ASCD im Europapokal. Michael Werner und Daniel Grohs entstammen dem Nachwuchs des "Amateurs", wobei vor allem Letzterer trotz seines jugendlichen Alters das Zeug zum Führungsspieler hat. ",Ticket' ist ein großes Talent und hat schon gezeigt, dass er Verantwortung übernehmen kann", so Koke, der sich mit der Kaderzusammenstellung sehr zufrieden zeigt: "Die Mischung aus jungen, hungrigen Spielern und erfahrenen Akteuren passt. Sportlich wie menschlich."
"Eine gefestigte Einheit"
Kapitän Mirco Schott kann das nur bestätigen. Der 30-Jährige zählt unbestritten zu den Routiniers und hat mit seinen 98ern schon so einige Höhen und Tiefen durchgemacht. Schlimm war die Situation vor anderthalb Jahren, als es zu einem Bruch innerhalb der Mannschaft gekommen war. Nach dem daraus resultierenden Super-Gau in Form des Abstiegs wagte der DSV einen Neuanfang. Dieser trägt nun erste Früchte. "Wir sind auf dem richtigen Weg", darf Schott mit Fug und Recht behaupten. Das erneuerte Team sei "eine gefestigte Einheit", und auch ansonsten hat sich im Verein vieles zum Besseren verändert. 98 war in diesem Jahr Ausrichter des Weltliga-Spiels zwischen Deutschland und Spanien sowie der Deutschen Masters-Meisterschaften. Die lange Zeit sträflich vernachlässigte Jugendarbeit wurde intensiviert, und auch an der Sponsorenfront gibt's Erfreuliches zu berichten. Der Weg hin zu alter Stärke ist geebnet, auch wenn Christian Koke vorerst den Ball flachhält: "Es sieht gut aus, aber das ist für uns kein Grund, Luftschlösser zu bauen." Recht so.
Schließlich müssen sich die Blau-Weißen erst wieder hocharbeiten. In der zweigeteilten Hauptrunde gehen sie in der schwächeren Gruppe B an den Start. Acht Mannschaften treffen in Hin- und Rückrunde aufeinander. Die besten Vier kämpfen anschließend gegen die Teams, die in der Gruppe A die Plätze fünf bis acht belegt haben, um den Einzug in die Play-offs. Die müssen das Ziel des DSV sein, der am Samstag mit der Partie beim ASC Brandenburg in die Saison startet. Vor zwei Wochen wurde eben jener Gegner auf einem Vorbereitungsturnier mit 14:8 geschlagen. "Das war in dieser Deutlichkeit nicht zu erwarten", will Koke dem Braten nicht so recht trauen und mahnt zur Vorsicht, denn: "In unserer Gruppe kann jeder jeden schlagen." Nur gut, dass der DSV 98 bestens gewappnet ist.
Der Kader
Torhüter: Thomas Hertes (kam vom ASCD), Gerrit Rosshoff, Roland Golla – Feldspieler: Mirco Schott, Marek Debski, Raul Diakon (BW Bochum), Felix Grade, Michael Werner (ASCD), Sven Wies, Nils Theiß, Florian Sons, Daniel Grohs (ASCD), Lars Standke, Jens Standke, Sebastian Tauwel, Jan Bilstein (Essener SV 06) und Benjamin Poley (zugleich Co-Trainer).
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