Eishockey: Die ewigen Verlierer
VON HERMANN KEWITZ - zuletzt aktualisiert: 17.11.2006 - 23:45Für den EVD scheint der Weg zu einem Sieg so weit wie für eine Weinbergschnecke der Marsch nach Panama. Gestern verlor Duisburgs DEL-Team mit 3:5 (2:0, 1:4, 0:1) daheim gegen die Eisbären aus Berlin.
Zum achten Mal in Folge blieb Didi Hegens Mannschaft ohne das schöne Gefühl, mal als Sieger vom Eis gehen zu dürfen. Es spielt momentan gar keine Rolle, wie günstig die Gelegenheit ist oder wie schwach der Gegner. Die Füchse können einfach nicht mehr gewinnen. Der amtierende Deutsche Meister spielte vor 1633 Zuschauern in der Scania-Arena nicht einmal so souverän auf. Man merkte vor allem im ersten Drittel, dass das Team von Trainer Pagé nur derzeit auf Platz elf in der Tabelle steht.
Die Füchse nutzten die Schwäche wenigstens im ersten Drittel klug und gingen durch Alexander Engel in der 14. Minute bei Überzahl in Führung. Ausgerechnet ein Spieler, der vor Wochen noch in der Oberliga als Förderlizenzspieler in Ratingen spielte, traf von der Blauen Linie bei Überzahl. In der 20. Minute legte Del Monte erneut bei Füchse-Überzahl das 2:0 vor. Fast wollte man glauben, dass es dieses Mal zu einem Erfolg reichen könnte, nachdem das Schlusslicht am Dienstag gegen Tabellenführer Mannheim einen 2:0-Vorsprung verspielt hatte. Die Hoffnung auf ein besseres Ende nährte sich aus der Tatsache, dass nach dem Anschlusstreffer der Gäste durch Fairchild (15.) Andrej Teljukin (27.) das 3:1 für die Hausherren nachlegte. Sollte da was gehen?
Nein, dann doch nicht. Im Mitteldrittel verloren die Hausherren den Faden und rutschten böse aus. Braun (28.) traf keine Minute nach dem dritten Duisburger Treffer zum erneuten Anschluss für den Meister. Walker (32.) besorgte das 3:3, nachdem die beiden bis dahin guten Levente Szuper im Tor und Alexander Engel in der Verteidigung gemeinsam böse patzten. Neun Sekunden vor der zweiten Drittelpause erzielte Jarrett das 4:3 für die Eisbären. Markus Schmidt, der den gesperrten Verteidiger Calle Bergström sehr ordentlich ersetzte, ließ sich entscheidend hinter dem Tor den Puck abnehmen.
Mit dem 5:3 erneut durch Jarrett (44.) war die Begegnung entschieden. Der Wille der Hausherren war gebrochen. Die Eisbären mussten nur noch die restlichen Minuten von der Uhr tropfen lassen, um einen durchaus glücklichen Auswärtssieg einzusacken.
Es bleibt wie immer festzuhalten, die Füchse können sich nicht über 60 Minuten konzentrieren. Die Ausländer in der Verteidigung sind viel zu schwach. Im Sturm kann allein Matt Dzieduszycki als Kontingentspieler überzeugen. Levente Szuper im Tor verhinderte eine deutlich höhere Niederlage. Einen Patzer gönnte sich der Goalie aber auch. Auch das ist wie immer. Freilich, wer so viel zu arbeiten bekommt, macht schon mal einen Fehler.
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