Die Latte liegt jetzt höher
VON KRISTOF KÖLLER - zuletzt aktualisiert: 06.11.2010In der vergangenen Spielzeit war der DSV 98 zufrieden, den Verbleib in der Wasserball-Bundesliga geschafft zu haben. Nun nimmt die Mannschaft von Christian Koke ehrgeizigere Ziele in Angriff.
Das Sprichwort, wonach auf eine verpatzte Generalprobe eine gelungene Premiere folgt, mag abgedroschen klingen. Die Bundesliga-Wasserballer des DSV 98 aber hätten nichts dagegen, wenn es sich bewahrheitet. Ihr letztes Testspiel hat die Mannschaft von Christian Koke nämlich in den Sand gesetzt. Im Rahmen des Turniers der SGW Rote Erde Hamm/SV Brambauer gab es am vergangenen Sonntag gegen den ausrichtenden Zweitligisten eine 3:6-Niederlage. "Ansonsten ist unsere Saison-Vorbereitung aber wirklich gut verlaufen", sagt Koke in der Hoffnung, dass derartige Dämpfer in den nächsten Wochen und Monaten Seltenheitswert haben. Denn die 98er verfolgen ehrgeizige Ziele, wollen in der Hauptrunde B wenigstens Vierter werden, um sich so für die Ausscheidungsspiele zu den Play-offs zu qualifizieren.
Auftakt in Cannstatt
In der vergangenen Saison erfüllte der Altmeister seine Pflicht, indem er sich als Aufsteiger den Klassenerhalt sicherte. Das war okay, mehr nicht. Nun liegt die Latte ein ganzes Stück höher, schließlich ist der Kader tüchtig aufgebessert worden. Die Abgänge von Torhüter Thomas Hertes (beruflich nach Neuseeland) und Marek Debski (nur noch Stand-by) wurden überkompensiert. Zwischen den Pfosten schwimmt künftig der 22-jährige Rumäne Paul Constantin, der in seiner Heimat für Astra Arad spielte. "Paul ist ein ganz anderer Typ als ,Herti' und im Moment sicherlich noch einen Tick schwächer. Aber er ist jung und hat absolut das Potenzial, um uns ein starker Rückhalt zu sein", hält Koke große Stücke auf den angehenden Umwelt-Ingenieur, der bei den Stadtwerken ein Praktikum absolvieren wird.
Ebenfalls angetan zeigt sich der Coach von Tim Focke, wobei das auch kein Wunder ist. Der frühere Nationalspieler spielte mit dem ASCD jahrelang auf höchstem Niveau und wird nun dem Nachbarn eine "absolute Bereicherung" sein, wie Koke es ausdrückt. Gleiches könnte auch für das Duo gelten, das vom Absteiger SSF Aegir Uerdingen an die Kruppstraße gewechselt ist. Tom Krauser spielte eine durch und durch überzeugende Vorbereitung, Jan "Jay-Jay" Janzen setzte ebenfalls so manchen Akzent. "Unsere Neuzugänge sind richtig gut eingeschlagen", sagt Koke und meint damit natürlich auch Ralf Obschernikat, der ihm als Co-Trainer zur Seite steht.
In der Breite gut besetzt
Die größte Stärke seines Teams sieht der Coach freilich nicht im Können Einzelner, sondern vielmehr in der Ausgeglichenheit des 20-köpfigen Kaders. "Es wird sich im Laufe der Saison auszahlen, dass wir breit aufgestellt sind und quasi durchpowern können", glaubt Koke, für dessen Schützlinge es zum Auftakt doppelt in die Vollen geht. Heute steht das schwere Auswärtsspiel beim SV Cannstatt auf dem Programm, morgen ist der DSV zu Gast beim Aufsteiger SGW Leimen/Mannheim. "Cannstatt hat sich exzellent verstärkt. Da sind wir chancenreicher Außenseiter. Gegen Leimen/Mannheim müssen wir gewinnen", so Koke, der sich auf eine spannende Spielzeit einrichtet: "Schon im letzten Jahr war das bei uns in der Gruppe eine knappe Kiste. Nun müssen wir zusehen, dass wir kontinuierlich unsere Leistung bringen. Gelingt uns das, haben wir allerbeste Chancen, unsere Ziele zu erreichen."
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