Eishockey: EVD: Der siebte Mann ist der beste
VON HERMANN KEWITZ - zuletzt aktualisiert: 03.11.2006Das 2:4 gegen die Krefeld Pinguine sorgte für einigen Katzenjammer beim EV Duisburg. Didi Hegens DEL-Team präsentierte sich vor eigenen Fans nicht wie eine Formation aus der höchsten Eishockey-Spielklasse. Die logische Folge: Nach vier Niederlagen in Serie rutscht der Fuchs wieder auf dem letzten Tabellenplatz. Das Problem der Füchse: Der siebte Mann, die Fans auf den Rängen, ist der beste.
Das kann man heute ändern, wenn es zu den Augsburg Panthern geht, die ebenfalls große Mühe haben, ein konkurrenzfähiges Team zu stellen. Am Freitag erwartet der EVD den ERC Ingolstadt in der Scania-Arena, und zwar nicht wie im Spielplan ursprünglich angekündigt am frühen Nachmittag, sondern erst um 18.30 Uhr. Der Fuchs meidet das Revier der Zebras.
Chef Ralf Pape kündigte zart an, dass Leistungsträger, die nicht mitziehen, sich auf eine längere Pause gefasst machen können. Didi Hegen hat derweil das Training verschärft. Was Sorgen bereitet: Der Coach muss an den Grundübungen feilen: Wann gehe ich zum Wechsel? Wann traut sich ein Verteidiger zu einer Offensivaktion ins gegnerische Drittel? Wann bleibe ich lieber zu Hause? Wer passt wann auf den gegnerischen Mittelstürmer auf?
Was die Sache komplizierter macht: Das junge Personal wie die Verteidiger Alexander Engel und sein Kollege Andrej Teljukin oder die Stürmer aus dem vierten Block haben das bereits drauf. Aber: Stanislav Gron verteidigt nicht gern und sucht vorn selbst vor dem leeren Tor noch einen Mitspieler. Oder Egor Bashkatov, der das Schulterpolster nicht braucht, weil er niemandem was zu leide tut. Oder Verteidiger Calle Bergström, der nicht da steht, wo er hin muss und den ersten Pass nicht beherrscht. Die Liste ließe sich gern fortführen.
Diese Schadensbilanz trifft den Verein umso härter, als im Umfeld die Zeichen auf bestes Wetter steht. Die neue Halle neben der Halle kommt gut an. Der Oberbürgermeister will den Weg in eine gute Zukunft begleiten. Sportdezernent Reinhold Spaniel arbeitet daran, die Scania-Arena tauglich zu machen. Die Fans versuchen mit guter Laune auf den Rängen zur Rettung beizutragen. All diese Hoffnungszeichen untergräbt derzeit ein Team, das nicht Überzahlspielen kann, das im Sturm seine Chancen nicht nutzt und in der Abwehr so viele Böcke schießt, dass man sich fragt, wann endlich Schonzeit ist. Weil‘s irgendwie auch wichtig ist: Am Wochenende fehlen Dan DelMonte (Baumuskelzerrung) und Markus Schmidt (grippaler Infekt).
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