Füchse: Schon wieder kein Tor
VON HERMANN KEWITZ - zuletzt aktualisiert: 31.12.2008Der EV Duisburg hat gestern Abend in der Scania-Arena mit 0:2 gegen die Sinupret Ice Tigers aus Nürnberg verloren. Damit sich die Füchse nun schon über 188 Minuten ohne eigenen Treffer. Sportdirektor Franz Fritzmeier war erst gar nicht in der Halle.
Minusgerade herrschten gestern draußen vor dem Wellblechschuppen, der unter Unerschrockenen als Scania-Arena bekannt ist. Und auch drinnen in der Heimstatt des Duisburger Eishockey-Fuchses herrschte ein Klima wie im Gefrierschrank, wenn bei den Tiefkühlenden die Tür zu und das Licht aus geht. Zur Begrüßung des DEL-Schlusslichts beim Jahreskehraus gegen die Sinupret Icetigers aus Nürnberg rührte sich keine Hand. Die Stimmung glich einer Beerdigung. Jeden Moment erwartete man, dass irgendwer Streuselkuchen auf blank geputzten Blechen reichte. Erst im Schlussdrittel erhielt die Mannschaft so etwas wie Anfeuerung von den 1150 Zuschauern. Da versuchte das Team mit mäßigem Willen einen 0:1-Rückstand aufzuholen. Wie gewohnt vergebens: Die Füchse verloren das schwache DEL-Spiel mit 0:2 (0:0, 0:1, 0:1). Hegens Team ist jetzt seit 188 Minuten und 35 Sekunden ohne Torerfolg. Die Füchse hecken wahrlich für ihre Freunde immer neue Gemeinheiten aus.
Sportdirektor Franz Fritzmeier hatte der Chef Ralf Pape zur Spielbeobachtung nach Iserlohn geschickt. Fritzmeier haben die Fans ganz besonders im Visier, wenn nach einem Sündenbock für die Misere 2008 gesucht wird. Die Notwendigkeit einer Spielbeobachtung entsprang deshalb wohl eher der Einsicht, den Mann aus der Schusslinie zu nehmen. Möglicherweise ist das Sauerland da noch zu sehr in der Nähe.
In dieser unfreundlichen Umgebung musste sich ein Debütant bewähren. Cameron Mann, der schon mal in der NHL gespielt hat und zuletzt für den Kooperationspartner Herner EV in der Oberliga stürmte, versuchte sich in der DEL. Mann spielte im zweiten Block mit Sup und Alinc. Rechte Bindung zu den Kollegen hatte der 31-Jährige noch nicht. Was man aber sehen konnte: Mit Stock und Scheibe kann er umgehen. Das Sturmtief über Duisburg ließ er nicht weiterziehen. Es häckeln wohl noch betagte Heimarbeiterinnen in China an dem Tornetz, in dem sich der Puck nach einem Füchse-Schuss verfangen soll. Selbst 90 Sekunden mit zwei Mann mehr ging nichts. Vom schlichten Überzahlspiel als Chancenspender gar nicht zu reden.
Und hinten? Da stand Thomas Schenkel erstmals als Abwehrspieler im Aufgebot und fing sich nach 16 Sekunden gleich eine Strafe ein. Torhüter Ilpo Kauhanen hielt in der 19. Minute einen Penalty. Fast wollten die Fans ihn gern haben, da ließ er in der 25. Minute einen vermeidbaren Treffer durch Polaczek zu. Beim 0:2 durch Polaczek (53.) rutschte ihm aus kurzer Distanz der Puck durch die Schoner. Ein Fehler war das nicht, aber ein Rückhalt steht da schon mal besser.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum