Eishockey: Füchse-Sieg fast schöner als Weihnachten
VON HERMANN KEWITZ - zuletzt aktualisiert: 10.12.2006 - 22:00Die furchtbare Serie ist gerissen. Endlich. Nach 15 Niederlagen in Folge feierte der Duisburger Eishockey-Fuchs wieder einen Sieg. Und was für einen: 4:0 (2:0, 1:0, 1:0) gewannen Hegens Herren vor 2528 Zuschauern in der Scania-Arena ausgerechnet gegen den „Erzfeind“ aus Düsseldorf. Auf die Tabelle hat der Erfolg keinen Einfluss, allzu weit ist der EVD selbst vom vorletzten Rang entfernt. Aber wie er die Seele der Fans und der Verantwortlichen wärmt. Nach so vielen Wochen der Tristesse gab‘s mal was zu feiern. Weihnachten kann da nicht schöner sein. Duisburgs Trainer Didi Hegen fühlte sich „wie in einem Traum“ und bedankte sich nicht nur bei seinem Torhüter Christian Rohde, sondern auch bei den Fans, die einmal mehr für gute Stimmung sorgten und auch den Sänger-Wettstreit gegen den Anhang der DEG für sich entschieden.
Torhüter Christian Rohde tanzte nach dem Spiel auf dem Eis, dirigierte den Fan-Chor. Der Goalie war der Held des Abends. Mit schier unglaublichen Paraden hielt der „Bazi“ den EVD im Spiel, nervte den Nachbarn, den Tabellen-Dritten, bis ihm die Freude am Spiel vollends verloren ging. Vor allem im zweiten Drittel, als das Abwehrdrittel der Hausherren beinahe von der UN zum offiziellen Krisengebiet ernannt worden wäre, wehrte der so lange verletzte Torhüter alle gefährlichen Scheiben ab. Der verdiente Lohn: Der Mann zwischen den Pfosten feierte sein erstes Shut-out in der DEL: gegen die Metro Stars, nach einer langen Pleiteserie, beim Heimdebüt für den Tormann – und bekam auch noch einen Assistpunkt. Würden Autoren solche Geschichten schreiben, sie bekämen sie um die Ohren gehauen. Das Sportleben schreibt sie schlank runter, und 1500 Füchse-Fans finden es einfach nur großartig.
Lange wollten die Zuschauer nicht an das kleine Wunder glauben. Nicht nach der 2:0-Führung durch Rudolf Huna (2.) und Christian Hommel (14.). Nicht, nachdem der EVD im Mitteldrittel ohne Schaden aus allerlei Gefahrensituationen kam. Dann aber belebte Düsseldorfs Coach Don Jackson den Glauben: Er nahm bei eigener Überzahl im Mittelabschnitt der Torwart vom Eis. War das nur frech oder schlicht panisch? Jedenfalls bestrafte Franz Fritzmeier mit einem Befreiungsschlag von der eigenen blauen Linie die verwegene Tat. Die Scheibe rutschte nach 39 Minuten zum 3:0 über die Linie.
Im Schlussdrittel entschied Johan Forsander nach gutem Zuspiel von Calle Bergström mit dem 4:0 (47.) die Partie. Düsseldorf schaute nur, dass die Zeit herrumging. Der EVD hielt mit klugem Defensivspiel die Hütte sauber. „Kluges Defensivspiel“ – dass man das in dieser Saison noch mal schreiben darf!
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