Tennis: Gauer in guter Form
VON SEBASTIAN MÜHLEIS - zuletzt aktualisiert: 17.12.2009Besser hätte es kaum laufen können. Bei der Deutschen Tennis-Meisterschaft in Offenburg erzielte die Duisburgerin Nicola Geuer, die für den TC Blau-Weiß Neuss der gelben Filzkugel hinterherjagt, ihr bislang bestes Ergebnis.
Im Mixed stand Geuer mit ihrem Partner Peter Torebko (Ratinger TC GW) durch einen 3:6, 6:1 und 10:6-Erfolg ganz oben auf dem Treppchen, im Einzel schaffte sie es bis ins Finale, wo sie sich Andrea Petkovic mit 4:6, 2:6 beugen musste. Trotz dieser Niederlage war Geuer hinterher aber überglücklich.
"Klar wäre der Titel noch das i-Tüpfelchen auf die tolle DM gewesen. Aber auch so ist es für mich ein fantastischer Jahresabschluss", jubelte die 21-Jährige, nachdem sie vor dem Finale drei gesetzte Spielerinnen aus dem Rennen warf. Nicoal Geuer selbst ging ungesetzt ins Turnier. Unter anderem gelang ihr so der erste Sieg gegen eine Spielerin aus den Top-100 der Weltrangliste. Im Viertelfinale bezwang Geuer die an Nummer zwei gesetzte Tatjana Malek, die in der Einzel-Weltrangliste auf Platz 71 rangiert. Auswirkungen auf den Weltranglistenplatz der 21-Jährigen (aktuell 320) hat das tolle Ergebnis allerdings nicht, sondern nur auf die deutsche Rangliste. Aber das ist Nicola Geuer egal, sie genießt den Erfolg immer noch in vollen Zügen.
Für die Duisburgerin hat der unerwartete Erfolg zwei Gründe: Zum einen ist da der Bodenbelag in Offenburg. "Das war eher ein langsamer Hartplatz, der meiner Spielweise sehr entgegen kommt", erläutert Geuer. Sie bevorzugt eher ein sehr flaches, variables Grundlinienspiel, was auf diesem Belag eben am besten zur Geltung kommt.
Den größten Faktor ihres Erfolgs sieht die Tennisspielerin aber in ihrem Trainer Patrice Hopfe, mit dem sie seit drei Jahren zusammenarbeitet. "Er war neben meiner Familie der Einzige, der bereits vor drei Jahren an mich geglaubt hat und dachte, dass ich das erreichen kann, was mir in Offenburg nun geglückt ist. Und er hat immer viel Geduld mitgebracht. Der Erfolg ist jetzt nicht nur für mich der Lohn für die harte Arbeit, sondern auch für ihn", erinnert sich Geuer.
Besonders in den drei Wochen vor Turnierbeginn arbeitete die "Schülerin" äußerst intensiv und konzentriert mit ihrem "Lehrmeister". "In der Vorbereitung hat einfach alles gepasst", lobt Geuer den Trainingsplan ihres Mentors, durch den sie punktgenau Top-Leistungen abrufen konnte.
Einen enormen Schub erhielt auch ihr Selbstvertrauen: "Man denkt vorher immer, dass man auch gegen Leute aus den Top-100 der Weltrangliste mitspielen und sie schlagen kann – und mit so einem Sieg beweist man es sich letztlich selber. Das bringt einen ungemein weiter."
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