Rudern: Geschmückt mit dem WM-Ticket
VON HERMANN KEWITZ - zuletzt aktualisiert: 29.06.2009Lena Müller vom Duisburger Ruderverein und ihre Partnerin Julia Kröger aus Hamburg erwiesen sich wieder als viel zu stark. Ende Juli geht es in Tschechien um internationalen Lorbeer.
Von wegen Heimvorteil. Lena Müller fand es richtig "ätzend" auf der Regattabahn mit dem Doppelzweier unterwegs zu sein. "Da kennst du jeden Baum und jeden Strauch und weißt immer genau, wie weit es bis ins Ziel ist", begründete die 22-jährige Topathletin ihre Abneigung gegen ein Heimspiel. Um sich wenigstens ein bisschen fremd zu fühlen, hatte die Athletin vom Duisburger Ruderverein beim Finallauf um die U23-Meisterschaft im Leichtgewichts Doppelzweier das Trikot des RC Bergedorf übergestreift. Ihre Partnerin im Boot Julia Kröger startet für den Hamburger Klub.
Das wirkte: Lena Müller fuhr am Samstag mit sattem Vorsprung zu Meisterehren in der olympischen Bootsklasse. Wirkliche Konkurrenz hatten die zwei Siegerinnen nicht. Marcus Maier, den Trainer des Duisburger Ruderverein, wunderte das wenig. "Julia und Lena haben während der Saison gezeigt, dass sie kaum zu schlagen sein werden, da haben sich die Konkurrentinnen entschieden, ihnen lieber aus dem Weg zu gehen." Dennoch war der Sieg am Samstag von größter Wichtigkeit. Der Titel berechtigt zur Teilnahme an der U23-WM Ende Juli in Tschechien. Auf der Bahn kennt sich Lena Müller garantiert nicht aus und darf das Nationaltrikot tragen. Da kann ja einiges gehen.
Maier sieht die Saison als wegweisend für höhere Ziele, die mit etwas Glück sogar zu den Olympischen Spielen nach London führen können. Thomas Küpper, der Schatzmeister des DRV, freute sich auch aus ganz profanen Gründen über den Sieg gerade in dieser Klasse. Weil das Boot olympisch ist, bezahlt der Deutsche Ruderverband die WM-Teilnahme.
Dagegen muss Thomas Küpper das Konto angreifen, um den zweiten Spitzenfahrer des Duisburger Rudervereins ins Nationaltrikot zu stecken. Stefan Wallat kam im Leichtgewichts-Vierer ohne Steuermann nur auf den zweiten Platz. Die Niederlage gegen den Konkurrenten Robby Gerhardt aus Düsseldorf bedeutet, dass Wallat wohl im leichten Achter bei der A-WM startet. Der ist nun nicht olympisch und damit für den Verein kostenpflichtig.
DRV-Trainer Marcus Maier war sichtlich genervt über Wallats Abschneiden. Mit der Niederlage konnte er noch einigermaßen leben, aber dass sein Boot neun Sekunden nach der Konkurrenz die Ziellinie passierte, nannte Maier "katastrophal". Übrigens trugen die Fahrer der Renngemeinschaft das grün-weiß-rote Trikot des Duisburger Rudervereins.
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