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Glücklich am anderen Ende der Welt

VON BERND BEMMANN - zuletzt aktualisiert: 24.12.2008

Markus Molly und Gattin Anneke mal eben besuchen zu Weihnachten, ein bisschen über alte (Ruder-) Zeiten plaudern, darüber vielleicht, was sich so getan hat, weil man sich eine Zeitlang nicht gesehen hat – das geht nicht ganz so einfach. Schließlich müsste man 22 Stunden im Flugzeug sitzen, um in etwa zu den Mollys zu gelangen. Sie sind aus eigenem Antrieb nach Neuseeland verschlagen. Und nicht ausgewandert, ein Ausdruck, den Markus Molly, den sie alle kennen in der heimischen Ruderszene, nicht so gerne mag. „Wir wollten diese Herausforderung, diese Erfahrung, fernab von der Großenbaumer Heimat zu arbeiten, anders zu leben, in eine andere Kultur einzutauchen“, sagt Markus Molly. Das Ehepaar ist dabei, diese Erfahrungen zu machen.

Keine Pläne für eine Rückkehr

Wann Anneke und Markus Molly wieder in Duisburg auftauchen, ist völlig von Rätseln umgeben. „Wir bereuen nichts, schon gar nicht, nach Neuseeland gegangen zu sein“, sagt Markus. Und: „Es gibt keine Pläne, wieder zurück zu kehren, noch nicht.“ Das Visum erlaubt es dem Duisburger Paar, uneingeschränkt in Neuseeland zu wohnen und zu arbeiten. Die deutsche Staatsangehörigkeit werden die Mollys aber nicht aufgeben, soviel steht fest.

Markus Molly, der bei vielen Ruder-Events an der Regattabahn (und anderswo) positiv in Erscheinung trat, gehört nach eigenem Bekunden nicht gerade zu den den Talenten, die eine neue Sprache im Handumdrehen erlernen. „Das war schon mit Problemen behaftet“, räumt er ein. Aber das ging über die Jahre natürlich gut voran.

Die Mollys haben Neuseeland lieben gelernt. Zweifacher Urlaub vor sieben Jahren und zuletzt 2004 gaben den Ausschlag. Sie wohnen auf der Südinsel in Christchurch, die zweitgrößte Stadt nach Wellington, und dort haben sie es so angetroffen, wie es er Vorstellung nahe kam. Christchurch liegt am Meer und Ski fahren gelingt auch nach nur 11/2 Stunden. Von diesem Freizeitwert kann man hier zu Lande nur träumen. Die Natur, die Schönheit des Landes haben es den Mollys sehr angetan.

Markus Molly, der kurz vor Weihnachten 42 Jahre alt wurde, arbeitet als Entwicklungs-Ingenieur, dessen Firma Steuereinheiten für elektrische Rollstühle herstellt und Weltmarktführer ist. Andere Entwicklungen haben in der Palette auch noch gebührend Platz. Gattin Anneke ist im Hafen von Christchurch beschäftigt, der für Neuseeland so etwa die Bedeutung hat wie Hamburg fürDeutschland. Jetzt sucht sie wieder einen neuen Job im Finanzbereich, will sich beruflich verändern am Ende der Welt.

Wieder im Lager der Ruderer

Dass Markus Molly wieder im Lager der Ruderer gelandet ist, war von vorn herein programmiert, eine klare Sache. Die Wedaustrecke heißt in Neuseeland „Lake Ruataniwha und liegt 300 Kilometer von Christchurch entfernt. Dabei werden die Entfernungen in Neuseeland in Stunden angegeben, meist sind es also 31/2 Stunden Fahrzeit, die zum Hobby führen.

Markus Molly, der in diesem sich dem Ende zuneigenden Jahr bei der internationalen Wedauregatta als Schiedsrichter dabei war, und seine Frau Anneke bleiben ganz sicher bis 2011. „Ein Jahr zuvor finden hier die Weltmeisterschaften statt, und ich bin bereits voll in die Organisation mit eingebunden“, sagt Molly. Das „mutige“ Ehepaar hat aber auch einen anderen Sport kennen und schätzen gelernt. 2011 findet die Rugby-Weltmeisterschaft in Neuseeland statt, und dabei handelt es sich um einen Wintersport, der sicham anderen Ende der Welt großer Beliebtheit erfreut wie bei uns Fußball und sich „prima zum Rudern ergänzt“, schwärmt Markus Molly von einer neuen Leidenschaft.

Quelle: RP

 
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