Wasserball: Hoffen auf ein Wunder
VON KRISTOF KÖLLER - zuletzt aktualisiert: 28.06.2010 - 09:41Nach der 6:9-Niederlage zum Auftakt der Finalserie sind die ASCD-Wasserballer an diesem Wochenende zum Siegen verdammt. Ansonsten darf Spandau 04 Berlin seine 30. Deutsche Meisterschaft feiern.
Die Chancen, das Blatt nochmal zu wenden, sind verschwindend gering. Dessen ist sich auch Trainer Arno Troost bewusst. Aber: "Nur zum Gratulieren fahren wir bestimmt nicht nach Berlin." Nach der 6:9-Niederlage am Mittwochabend muss der ASCD heute (16 Uhr) und morgen (14 Uhr, beide Forumbad Olympiapark) bei den Wfr. Spandau 04 antreten – und zumindest ein Spiel gewinnen. Ansonsten ist die "Best-of-five"-Serie vorzeitig entschieden, der Seriensieger von der Spree zum 30. Mal Deutscher Meister.
Tüchtig Beton angerührt
Das letzte Mal, dass die Amateure sich in Spandau durchsetzen konnten, ist ewig her. Woher also die Hoffnung auf ein mittelgroßes Wasserball-Wunder nehmen? Vielleicht aus der Anfangsphase des ersten Duells. Da rührte der ASCD tüchtig Beton an, hatte den Favoriten gut im Griff. Erst in der 13. Minute kamen die Berliner zum ersten Torerfolg. Und nutzten anschließend eiskalt die fünfminütige "Auszeit", die sich die Gastgeber gönnten. Das Spandauer 2:5 gleich nach der Pause war schon so etwas wie die Vorentscheidung. Zwar arbeitete sich der ASCD in der Folge wieder heran, mehr ging jedoch nicht.
Altbekannte Mechanismen griffen
Weil altbekannte Mechanismen griffen. Dem Rückstand hinterher schwimmend, vergab das Troost-Team "hundertprozentige" Chancen, konnte kein einziges Überzahl-Spiel nutzen, kassierte dafür aber in vier von fünf Unterzahl-Situationen Gegentreffer. Hinzu kommt die Lobby, die Spandau bei den Schiedsrichtern genießt. Als es zu Beginn des Schlussviertels noch einmal eng zu werden drohte, ertönte so manch merkwürdiger Pfiff. Wie so oft.
Somit ist alles angerichtet für die übliche Spandauer Feierei, die Arno Troost liebend gerne verhindern würde: "Sie sind nicht mehr die Übermannschaft, die uns mal so eben im Schongang schlagen kann. Wir wollen die Serie zurück nach Duisburg holen. Das ist ein große Herausforderung, die wir aber meistern können."
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