Jäkel hatte die Nase vorn
VON HERMANN KEWITZ - zuletzt aktualisiert: 30.04.2007Eigentlich war Duisburgs Vorzeigeläufer Volker Dorn nur auf Platz vier ins Ziel eingelaufen. Am Ende war er es aber, der den Titel des Westdeutschen Meisters einsackte. Die Konkurrenz hatte keine Pässe vom Verband vorzuweisen.
Duisburgs Volker Dorn war schon ein bisschen enttäuscht. Nur als Vierter hatte der 44-Jährige vom Ruhrorter TV das Ziel des 24. Rhein-Ruhr-Marathons passiert und den Platz auf dem Treppchen verpasst. Erster war mit seinen 2:37,53 Std. dann aber doch: Weil Sieger Robert Jäkel (SG Stern Düsseldorf), der nach 2:33,57 die 42,195 Kilometer hinter sich hatte, und die auf Platz zwei und drei platzierten Bielefelder Zwillinge Konrad (2:36,47) und Robert Schulz (2:37,07) keinen Starterpass des Leichtathletik-Verbandes besitzen, ging die Westdeutsche Marathon-Meisterschaft in diesem Jahr an Volker Dorn. Spät hatte sich Dorn gemeldet und spät durfte er sich über den Erfolg freuen. Die Organisatoren mussten erst mal die Statuten prüfen.
Klarer Fall bei den Frauen
Ganz eindeutig lag der Fall bei den Frauen: Martina Schwanke vom TUSEM Essen entthronte mit 2.55,32 Std. Antje Möller, die Siegerin der beiden Vorjahre, und sicherte sich mit ihrem ersten Marathon-Erfolg überhaupt auch die Westdeutsche Meisterschaft. Antje Möller, die nach 3:03,55 vor etwa 2000 Zuschauern das Ziel in der MSV-Arena passierte, war nicht allzu traurig über die Niederlage. Noch bevor Oberbürgermeister Adolf Sauerland mit dem Startschuss auf der Kruppstraße im Sportpark Wedau die insgesamt 1579 Marathonis auf den langen Weg schichte hatte, wusste die ASV-Läuferin: Gegen die Konkurrenz aus Essen ist nichts zu machen. „Ich hatte vorher recherchiert und wusste was sie drauf hat.“ So ließ sie Martina Schwanke ziehen, die sich darüber freute zumindest die offiziellen Fahrrad-Begleiter während ihres Sololaufs als wirksames Mittel gegen die Einsamkeit der Langstreckenläuferin an ihrer Seite zu wissen. Auch Robert Jäkel durchquerte Duisburg im Alleingang und erhielt Aufmunterung. Jörg Bunert, der im Führungsfahrzeug mitfuhr, ließ im Hafen Jäkels im Radio Lieblingslied „We are the Champions spielen“ und übertrug die Aufmunterung über die Außenlautsprecher. Jäkels Konkurrenzkampf mit den Vorjahressieger Magnus Kreth fiel aus. Der ASV-Läufer hatte sich kurz vor dem Rennen eine schmerzhafte Knöchelverletzung zugezogen und musste passen.
Alles beim Alten
Im Halbmarathon blieb dagegen alles beim Alten. Lisa Müller vom ASV Duisburg gewann in 1:23,41 das Rennen und wiederholte ihren Vorjahreserfolg. Gleiches gelang Oliver Minzlaff (Jahn Freiburg), der schon vor dem Start angekündigt hatte, für die 21,1 Kilometer lange Strecke 66 Minuten zu brauchen. Am Ende waren es 41 Sekunden mehr. Ein sehr kleines Tribut ans sonnige Wetter. Bester Duisburger war Daniel Schneider vom LC Bunert Duisburg (1:15,36). Bei den Inlinern gewann wie gewohnt der Belgier Jimmy Pierloot.
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