Judo: "Mit etwas Glück ist eine Medaille drin"
zuletzt aktualisiert: 16.10.2009Interview mit PSV-Judoka Aaron Hildebrand, der in der nächsten Woche bei der U20-WM in Paris an den Start geht
Aaron Hildebrand, Judoka des PSV Duisburg, steht vor einem Höhepunkt seiner Sportlerlaufbahn. Der 19-jährige nimmt an der U20-Weltmeisterschaft teil, die am nächsten Donnerstag in Paris beginnt. Vor der Abreise sprach RP-Mitarbeiter Tim Winter mit ihm.
Herr Hildebrand mit welcher Zielsetzung fahren sie nach Paris?
Hildebrand Ich hoffe natürlich, dass ich es bis auf's Treppchen schaffe. Aber ich weiß, dass das ein hoch gestecktes Ziel ist. Das Teilnehmerfeld ist sehr gut besetzt. Gegen einige Kämpfer habe ich schon schlechte Erfahrungen gemacht, diesmal soll es anders laufen.
Bei der U20-Europameisterschaft im vergangenen Jahr wurden Sie Siebter. Jetzt wird es auf WM-Niveau wohl nicht leichter. Rechnen Sie sich dennoch Chancen aus?
Hildebrand Die Vorbereitung lief nicht gerade reibungslos. Ich war an der Schulter verletzt und zwischendurch auch noch krank. Aber ich denke schon, dass mit einem guten Los und etwas Glück eine vordere Platzierung drin ist. Natürlich weiß ich, dass vor allem wegen des Systems, bei dem man mindestens zwei Kämpfe gewinnen muss um noch bei einem verlorenen Kampf in die Trostrunde zu kommen, es auch passieren kann, dass ich nach dem ersten Kampf schon unter der Dusche stehe.
Wie intensiv war das Training während der Vorbereitung?
Hildebrand Vor zwei Wochen sind wir mit der Nationalmannschaft nach Straßburg in ein internationales Trainingscamp gefahren. Eine Woche später hatte wir ein Vorbereitungstreffen in Frankfurt an der Oder. Das Training in diesen Camps war wirklich sehr intensiv. Ansonsten trainiere ich meistens zweimal am Tag.
Sie haben dieses Jahr Ihr Abitur gemacht. Wie geht es nach der Schule für Sie weiter?
Hildebrand Anstelle des Zivildienstes absolviere ich zur Zeit ein Freiwilliges Soziales Jahr in meinem Verein, leite Schul-AGs, das Kindertraining und erledige organisatorische Angelegenheiten.
Zuletzt standen sie im Rahmen der Pressekonferenz für das Grand Slam Turnier in Düsseldorf nächstes Jahr in einen Showkampf Olympiasieger Ole Bischof gegenüber. Könnten sie sich vorstellen in Zukunft öfter gegen Judokas auf einem solchen Niveau zu kämpfen?
Hildebrand Das war kein richtiger Showkampf. Ole Bischof hat mit mir nur einige Techniken gezeigt. Da ich nächstes Jahr auch im Männerbereich bin und nicht mehr in der U20 und es mein Ziel ist, auch dort internationale Erfolge zu erzielen, wird es zwangsläufig so sein, dass ich mit den international erfolgreichen Kämpfern konkurrieren muss.
Wer begleitet sie nach Frankreich?
Hildebrand Ich kann glücklicherweise mit großer Unterstützung rechnen. Neben meiner Mutter, meiner Schwester und meinem Heimtrainer fahren auch meine Freundin mit ihren Schwestern und ihrem Vater mit. Außerdem sind PSV-Abteilungsleiter Erik Gruhn und seine Lebensgefährtin dabei.
Wie groß ist die Anspannung wenige Tage vor dem Turnierbeginn?
Hildebrand Noch bin ich nicht besonders angespannt, aber das ändert sich mit Sicherheit noch.
Haben sie besondere Rituale vor ihren Kämpfen?
Hildebrand Nein, ein ordentliches Aufwärmprogramm ist die beste Vorbereitung vor dem Kampf.
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