Handball: OSC: Die Chance des krassen Außenseiters
VON TOBIAS KRZOSSA - zuletzt aktualisiert: 03.02.2012Handball (RP). Es zieht sich wie ein roter Faden durch die laufende Drittliga-Saison der Handballer vom OSC Rheinhausen. Immer wenn es bergauf zu gehen schien, setzt es für die Rheinhauser einen herben Rückschlag.
So auch zuletzt gegen den VfL Edewecht: "Die Spieler saßen natürlich mit hängenden Köpfen in der Kabine. Die Enttäuschung war schon groß", spricht Jörg Förderer, Coach des OSC, rückblickend über die Ereignisse kurz nach der bitteren 29:30-Heimniederlage. Bis tief in die zweite Halbzeit hinein schien es so, als könnte der OSC die abstiegsgefährdete Zone der Liga durch den zweiten Heimsieg in Folge ein gutes Stück hinter sich lassen. Nun aber bleiben die Aussichten vorerst düster.
Mit Tabellenplatz zwölf bestückt, fährt das Team von Coach Jörg Förderer heute Abend zum ersten Auswärtsspiel des Jahres nach Wermelskirchen. Dort wartet auf den OSC eine richtig harte Nuss. Der TuS Wermelskirchen hat sich unter den Topteams der Liga etabliert und grüßt aktuell von Platz drei. "Wermelskirchen spielt seine Angriffe sehr konsequent aus und kann vor allem über die zweite Welle oft punkten", erklärt Förderer.
Aber trotz der großen Qualität des Gegners sieht der OSC-Coach gerade in der vermeidlichen Außenseiterrolle, die seine Schützlinge heute inne haben werden, eine Chance: "Wir können befreit aufspielen. Bei den Teams aus dieser Tabellenregion sind wir nicht gezwungen zu punkten, das müssen wir vor allem gegen die direkten Kontrahenten tun".
Vielleicht ist ja genau das der Schlüssel zum Erfolg. Schließlich war es in der Vergangenheit oft genug der eigene Kopf, der den Rheinhausern schlussendlich zum Verhängnis wurde und wichtige Punkte kostete. Ohne den Druck, einem direkten Kontrahenten um den Klassenerhalt gegenüber zu stehen, könnten die Köpfe der OSC-Spieler durchaus befreiter sein.
Die Grundvoraussetzung für eine mögliche Überraschung ist dabei natürlich wieder das Zauberwort "Kampfbereitschaft". "Wir müssen es wieder schaffen, über 60 Minuten alles zu investieren und uns ausschließlich auf das Spiel zu konzentrieren. Eine andere Chance haben wir im Moment nicht. Wenn es einmal nicht läuft, gibt es nur diesen Weg. Wir müssen dem Gegner über Kampf unser Spiel aufdrängen", so Förderer, der spürbar erleichtert ist, dass er heute wieder voll und ganz auf seinen wiedergenesenen zentralen Mann im OSC-Spiel, Torjäger Mirko Szymanowicz, bauen kann.
Hoffen muss der OSC dagegen auf die Einsätze von Tim Gentges (Fußprobleme), Tobias Dickel (Rückenbeschwerden) und Maik Schneider (Erkältung). "Sie fehlten unter der Woche. Aber die Zeichen für einen Einsatz stehen bei allen gut", macht Förderer der Mannschaft Mut.
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