Eishockey: Robert Müller wird ein Fuchs
VON HERMANN KEWITZ - zuletzt aktualisiert: 30.10.2007Duisburgs Eishockey-Füchse haben einen neuen Torhüter verpflichtet. Kein geringerer als Robert Müller (27) vom Deutschen Meister Adler Mannheim wird künftig zwischen den Pfosten des DEL-Schlusslichts stehen. „Die Gelegenheit, einen Goalie der Klasse von Robert Müller zu bekommen, kann man nicht ungenutzt lassen, da haben wir zugeschlagen“, freut sich der Sportliche Leiter, Franz Fritzmeier, über das Zustandekommen des Wechsels. Die Verpflichtung bis zum Saisonende ist an eine Bedingung geknüpft. Müller muss zu den Adlern zurück, sollte sich Stammtorhüter Adam Hauser verletzen. Der Vertrag zwischen Mannheim und Müller wird deshalb nicht als aufgelöst, sondern lediglich als ruhend betrachtet.
Meister mit Krefeld
Der Nationaltorhüter soll bereits morgen beim Gastspiel des EVD bei den Frankfurt Lions erstmals für die Füchse spielen. Müller kam beim Deutschen Meister nicht an dem Ausländer Adam Hauser vorbei. In der laufenden Saison absolvierte er lediglich drei Spiele. Ein entscheidendes Gespräch zwischen Sportdirektor Franz Fritzmeier und Robert Müller soll am Sonntag nach dem 2:3 der Füchse gegen die Adler erfolgt sein.
Bekannt wurde Müller als Meistertorhüter der Krefeld Pinguine, denen er 2003 als sicherer Rückhalt wesentlich zum Titelgewinn verhalf. Wenger erfreuliche Nachrichten um Robert Müller sorgten vor knapp einem Jahr für Aufsehen. Die Ärzte diagnostizierten bei ihm einen Gehirntumor. Müller musste sich einer Operation unterziehen. Nachdem sich der Keeper von dem schweren Eingriff und der nachfolgenden Behandlung erholt hatte, kehrte er wieder zwischen die Pfosten des Eishockey-Tores zurück. Für Deutschland war er beim Skoda-Cup in der Schweiz im Kader. Für Mannheim spielte er eine halbe Minute beim finalen Spiel um die Deutsche Meisterschaft.
Kein Einsatz im direkten Duell
Die Vereinbarung zwischen Mannheim und Duisburg sieht darüber hinaus offenbar vor, dass man auf einem Einsatz im direkten Vergleich verzichtet. Dass der EVD sich um einen neuen Goalie bemühen würde, zeichnete sich bereits in den vergangenen beiden Wochen ab. Christian Rohde findet in dieser Saison nicht zu der Konstanz, die ihm im Vorjahr zu einer Nominierung für die Nationalmannschaft verholfen hatte. Lukas Lang konnte bislang ebenfalls nicht voll überzeugen. Ein kleiner Blick aufs letzte Wochenende: Rohde patzte am Freitag und erlaubte Wolfsburg den 4:4-Ausgleich, der den Sieg der Füchse auf die Verlängerung verschob. Lang ließ sich beim 2:3 gegen Adler Mannheim das Siegtor der Gäste über die Schulter einschieben.
Alleingesellschafter Ralf Pape, der sehr lange auf die jungen deutschen Torhüter gesetzt hatte, wich angesichts dieser Schwächen von seiner Linie ab. Wenigstens die Schlüsselposition einer unzureichend besetzten Truppe will er verlässlich ausgefüllt sehen. Müller, der für die Nationalmannschaft beim Deutschland-Cup im November nominiert ist, sieht in dem Meister von 2003 einen Spieler mit dieser Qualität. Ein weiterer Vorteil: Die Verpflichtung von Müller kostet die Füchse keine der beiden noch offenen Ausländerlizenzen.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum