Zehnkampf: Schrader macht sich WM-fit
VON MARTIN OVERKAMP - zuletzt aktualisiert: 10.07.2009Michael Schrader startet am 19. und 20. August bei der Weltmeisterschaft der Leichtathletik in Berlin. Der Zehnkämpfer ist dazu momentan im Aufbautraining. Trainer Torsten Voss will seine Bestform herauskitzeln.
Es ist etwas ruhiger geworden um die deutsche Zehnkampf-Hoffnung Michael Schrader. Doch das ist gewollt und einer zielgerichteten Vorbereitung geschuldet.
Es soll gewissermaßen die Ruhe vor dem Sturm sein: dem Sturm auf das Leichtathletik Ereignis des Jahres in Berlin, die WM im eigenen Land. Dort soll der Homberger, der für den SC Bayer 05 Uerdingen startet, am 19. und 20. August in Top-Form sein. Dort und nur dort zählt es. So sieht es Trainer Torsten Voss, und sein Schützling ist ebenfalls von der Vorbereitung überzeugt.
"Nach Götzis setzte ein regelrechter Hype auf Michael ein", erzählt Voss. Alle möglichen Medien wollten ihr Recht auf die neue, unverbrauchte Marke Schrader. Wir mussten stark filtern. Danach ist Michael erst einmal abgetaucht. Ruhe, Urlaub, sich besinnen.
Das war gut so. Jeder, der erwartet hat, Michael müsste jetzt überall präsent sein, sich in Einzeldisziplinen zeigen wie zum Beispiel bei den Deutschen Meisterschaften am vergangenen Wochenende in Ulm, hat keine Ahnung vom Zehnkampf. Wir sind jetzt, sechs Wochen vor dem Großereignis, in einer wichtigen Trainings-Aufbauphase. Da wäre er gar nicht in der Lage, eine Top-Leistung zu bringen."
Die weitere Vorbereitung Schraders sieht ab Montag ein zehntägiges Trainingslager in der Ex-DDR-Kaderschmiede Kienbaum vor den Toren Berlins vor. Dann ist am 24. Juli ein Start im Weitsprung beim Bayer-Meeting geplant.
Aber auch hier baut Voss vor: "Dass Michael in Leverkusen startet, wird vom Sponsor erwartet und ist für uns selbstverständlich. Aber man darf in der Vorbereitung keinen Acht-Meter-Sprung erwarten." In Marburg findet dann am 1. August ein Test der WM Mehrkämpfer statt.
Hier nutzt man den Thorpe-Cups (Vergleich der Mehrkämpfer USA - Deutschland), um in den Disziplinen 110 Meter Hürden, Diskus und Stabhochsprung gleichsam einen Fitness- und Leistungstest zu absolvieren. Am 3. August schließlich reist die Nationalmannschaft wieder nach Kienbaum, um dort den letzten Schliff zu bekommen und den kurzen Weg nach Berlin zu haben.
Auf den Verlust seiner Jahres-Weltbestleistung an den Kubaner Leonel Suarez (8 654 Punkte) angesprochen, macht Schrader einen entspannten Eindruck und versichert glaubhaft: "Das interessiert mich im Moment nicht. Na klar, der ist stark. Aber warum soll ich mich deshalb verrückt machen?" Auch auf die Frage, auf was er denn in der Vorbereitung besonderen Wert lege, wo er sich noch steigern muss und kann, reagiert der 22-Jährige gelassen: "Wir ändern nichts. Wir wiederholen in Kurzform noch einmal die Vorbereitung auf Götzis, wo ich gut war. Dann werde ich auch in Berlin gut sein."
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