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Sie schwammen wie die Wasserratten

VON FREDDY BRÜCKNER - zuletzt aktualisiert: 18.06.2009

Freddy Brückner erzählt von seiner aktiven Zeit als Wasserballer, dem Gewinn der ersten Deutschen Meisterschaft, einer kleinen Lokomotive und einem blanken Männerhintern. Eine RP-Serie.

1934 habe ich zum ersten Mal Wasserball gespielt. Als der Krieg ausgebrochen war, spielte ich, weil die Kameraden schon im Feld waren, gegen Ruhrort 09 in der ersten ASCD-Mannschaft. 1956 fand die Endrunde der Deutschen Wasserball-Meisterschaft mit sechs Mannschaften bei Rote Erde Hamm statt. Es war bitter kalt. Geheizte Schwimmbecken gab es noch nicht, und so hatte Menne Dawis, der Mannschaftsführer von Rote Erde Hamm, vor dem Freibad eine kleine Lokomotive aufbauen lassen, um mit dem Dampf das Wasser anzuwärmen. Doch diese Rechnung sollte nicht aufgehen. Wir spielten bei Wassertemperaturen um die 16 Grad. Daher das schöne Lied von Manfred Hamann: "Menne, Menne Dawis, leg' doch noch 'ne Schaufel Kohlen auf, das Wasser ist zu kalt, denn dabei erfror der Mann im Tor".

Rote Erde Hamm trug seine Spiele in einem alten Feuerwehrteich aus. Da taten wir uns immer schwer, zu gewinnen. Die erste Deutsche Meisterschaft holten wir 1957. Als erfolgreiche Spieler erhielten wir Glückwünsche, unter anderem auch von der Firma Vivil, mit der ich beruflich verbunden war. Das Unternehmen wollte folgenden Spruch an den Mann bringen. "Sie schwammen wie die Wasserratten, weil sie Vivil im Munde hatten."

Wir haben Wasserball trainiert wie die Wilden. Unser Trainer Willi Leyendecker hat unbarmherzig auf Kondition bolzen lassen. Zu Beginn waren lockere tausend Meter oder 20 Mal 50-Meter-Spurts mit Rausklettern und wieder reinspringen zu absolvieren. Danach gab's zwei Stunden Balltraining. Zum Schluss sagte dann der liebe Willi: "Guckt mal bei den Freien Schwimmern (am anderen Ende des Barbarasees), was es da zu Essen gibt. Das bedeutete, im Wasser hin zu den Freien Schwimmern und zurück.

Einmal spielten wir gegen Duisburg 98, den großen Wasserball-Gegner der 60er Jahre. Dabei grabschte ein 98er unserem Spieler so in die Hose, dass er sie danach in der Hand hatte. Der so Ausgezogene schwamm aber weiter, und bei jedem Kraulzug blickte sein blanker Hintern heraus. Seitdem musste immer mit zwei Hosen gespielt werden. Ja, so war das damals.

Quelle: RP

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